Sicherer Schulweg – Fahrradkorso in Pankow

Trotz des Dauerregens kamen gestern etwa 150 Menschen zusammen um gemeinsam den Verkehr im Bereich um die Ossietzkystraße in Pankow zu verlangsamen. Daran haben nicht nur die Anwohner Interesse.

Wildwest im Wohnviertel

Anlass dazu gab die Situation in den kleinen Straßen des Wohnviertels rund um die Ossietzkystraße und den Majakowskiring in Pankow-Niederschönhausen:
Während man sich als Radfahrer eigentlich auf kleinen Neben- und Wohnstraßen eher wohlfühlt und freut entspannt radeln zu können, eskaliert die Situation hier immer mehr.

Autofahrer wollen den Stau der Hauptstraße entgehen und rasen hupend und drängelnd durch die kleinen Straßen, in denen oft nicht mal entgegenkommende Autos aneinander vorbei passen.
Es wird zu eng überholt, mit dem Fuß auf dem Gaspedal dicht aufgefahren, unberechtigt gehupt und verbal beleidigt.
Dabei ist der Zeitgewinn durch den „Schleichweg“ ohnehin kaum zu messen.

Ausgerechnet hier liegen aber viele Kindertagesstätten und Schulen, so dass es viel Verkehr mit Kinderwagen, Fahrrädern und Fußgängern gibt, die auf besondere Rücksichtnahme und freie Gehwege angewiesen sind

Die Kinder forderten noch eine Zugabe: Endlich mal entspannt radeln.

Rad-Transitrouten

Insbesondere die Ossietzkystraße, aber auch die Parkstraße sind dabei hoch frequentierte Rad-Routen für Radfahrende, die aus dem nördlichen Niederschönhausen , Blankenburg und Französisch-Buchholz in Richtung Prenzlauer Berg oder Wedding fahren.

Gerade die Parkstraße leidet immens unter dem Schluss vieler Baulücken:
Dort sind die Gehwege oft derart mit großen PKW zu geparkt, das jemand der z.B. mit einem Kinderwagen oder gar einem Rollator dort nicht mehr passieren kann.
Zudem beschädigt das Parken dort die Gehwege selber und, sofern überhaupt noch vorhanden, Grünstreifen.

Es lässt sich auch immer wieder beobachten, dass entgegenkommende Fahrzeuge dort nicht warten bis der andere durchgefahren ist, sondern dann die Fahrbahn mit einem halben Auto auf dem Gehweg fahrend einfach erweitert wird.

Durchgangsverkehr eindämmen

Entschärft werden soll die Situation unter anderem durch die Umwandlung der Ossietzkystraße in eine Fahrradstraße, was auch in sofern sinnvoll ist, da sie einer der direkten Zubringer zu einer hochfrequentierten Radzählstelle am Bahnhof Pankow ist: Es herrscht dort so reger Radverkehr, dass die Autos nur noch störend wirken.

Das würde sicherlich auch automatisch zu einer Eindämmung des Durchgangsverkehrs auf den umliegenden Straßen führen.

Maßnahmen sind auch längst beschlossen, aber wie immer steht dem Handeln allerlei bürokratisch begründeter Kram entgegen.
Mit dem Fahrradkorso sollte der Bezirk also auch nochmals daran erinnert werden, dass das nicht mehr akzeptabel ist in einer Stadt, in der Verkehrsoptimierung zu Gunsten schwächerer Verkehrsteilnehmer inzwischen Gesetz ist.

Weitere Infos zum diesem Thema findet ihr auf der Webseite www.sicherzurschule.berlin oder auch auf Facebook beim Netzwerk Fahrradfreundliches Pankow.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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