Symbolbild Deutschland: Die Anstalt vs Mario Barth

Gerade vor einer Woche haben wir wieder erlebt, wie sich der „normale Bürger“ nicht entblödet falschen Argumenten zu folgen ohne diese zu hinterfragen oder zumindest mal jemanden zu fragen der sich damit auskennt.

Mario Barth deckt auf

Das Mario Barth eine Sendung moderiert, ist ja zuerst mal nicht unbedingt ein falscher Ansatz. „Populäre“ Menschen erreichen ja auch andere Zielgruppen alleine durch ihre Anwesenheit.

Leider steht hinter „Mario Barth deckt auf“ offenbar keine Redaktion, die die gesendeten Inhalte auch mal auf die Richtigkeit überprüft oder es ist ihr schlicht egal.
Hier wird offenbar nur Quote für den „einfachen Menschen auf der Straße“ gemacht, in dem man ihn in seinen seltsamen Überzeugungen noch unterstützt.

Damit macht sich Mario Barth durchaus zu einem Synonym für jene „normalen Menschen“ und „Profis“ vor denen ich ehrlich gesagt immer mehr Angst habe als vor den Trinkern am Bahnhof, Flüchtlingen oder einer 16-jährigen Schwedin und anderen Umweltaktivisten.
Das sind ja die Standard-Feindbilder der „Normalen“.

Die Anstalt

„Die Anstalt“ vom ZDF hat im Land der Dichter und Denker inzwischen die Rolle der aufklärenden Institution des Landes übernommen.
Eine Rolle die eigentlich einmal z.B. die Journalisten des Spiegel inne hatten (Wie lange ist es eigentlich her, das ich den Satz „… wie der Spiegel aufdeckte…“ irgendwo gehört habe?) .

Das Kabarettisten und Satiriker uns inzwischen die Welt besser erklären als Politiker und Christian Lindners „Profis“ ist ein Spiegelbild des Irrsinns, der sich in der realen Welt da draußen heute tatsächlich abspielt.
Der Narr ist heute der Sehende in einem Volk von Blinden und Wohlstandsegoisten.

Leider habe ich als sehender Narr durchaus immer wieder das Gefühl, das jene, die „Die Anstalt“ eigentlich mal ansehen sollten, dass ohnehin nicht tun, sondern eben lieber sowas unsägliches wie „Mario Barth deckt auf“.

Im realen Leben

Das das so ist, erfährt man als Radfahrender auf der Straße sehr schnell:
Meistens langt es sich völlig StVO-konform fortzubewegen um Äußerungen wie „verpiss dich“, „Raaaaadwääääääg!“ wildes Hupen und aufheulende Motoren zu hören.

Neulich wurde ich gar angeschnauzt, weil ich einem abbiegendem Autofahrer als Fußgänger nicht schnell genug bei Grün über die Ampel gegangen bin.

Spätestens aber wenn man als Radfahrender einen Autofahrenden (egal ob patzig oder freundlich, das Ergebnis bleibt dasselbe) auf sein Fehlverhalten hinweist, reißt die dünne Haut der Zivilisation bei diesen und es wird oft sehr unflätig.

Das macht auch vor Polizisten nicht mehr halt, selbst da wird es dann mal handgreiflich, bloß weil man woanders parken soll (Vater und Polizist prügeln sich vor Schule, Tagesspiegel).

Folge der Autopolitik

Das Verhätscheln der Autoindustrie, die Pro-Auto-Verkehrspolitik hat in Deutschland zur Evolution des Homo Automobilisensis geführt, der fest überzeugt ist, dass ihm aller Vorrang gebühre, er überall das Recht habe zu parken und das Radfahrer eh nur bei Rot über die Ampel fahren.

Homo Automobilensis gehöre, seiner eigenen Meinung nach, zu den gefährdeten Arten, weil Radfahrende „plötzlich“ auch ihren Platz auf der Straße beanspruchen.

Daran müssen wir arbeiten. Schnell. Ein bisschen mehr Kopenhagen schadet keiner Stadt.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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