Elisabeth-Aue: Sie wollen doch bauen!

Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum in der Stadt, deshalb gab es schon einmal Pläne dort 5000 Wohnungen hinzuklotzen. Das wurde gestoppt, weil zu viele davon nicht bezahlbar waren.

Reihenhäuser bezahlbarer Wohnraum?

Aber natürlich weckt die riesige Wiese auch Begehrlichkeiten, ist es doch ein ideales Baugrundstück mit mittlerweile sanierter Straße, die sogar benutzbare Radstreifen hat.

Eine neue Anwohnerinitiative schlägt nun vor die Wiese „ortsüblich zu bebauen“. Man meint damit eine Randbebauung mit viergeschossigen Häusern wie im restlichen Französisch Buchholz und im Kern dann Reihen- und Einfamilienhäuser.
Aber gelten Reihen- und Einfamilienhäuser jetzt schon als „bezahlbarer Wohnraum“?

Kleingartenpark

Dazu stellt man sich noch einen „Kleingartenpark“ vor, in dem dann Leute angesiedelt werden, die woanders durch Baumaßnahmen ihren Garten verloren haben.
Diese würden dann die Parkanlagen dazwischen auch instand halten, die man sich dazu vorstellt.

An der Stelle entsteht also kein neuer Siedlungsraum, sondern nur Gärten für jene die schon einen hatten und zumindest zum Teil nicht unbedingt darin Wohnen, sondern woanders noch eine Wohnung haben.

Kleingärten sind aber definitiv keine öffentlichen Flächen, man kann vielleicht hindurch flanieren, aber den neuen Anwohnern rundherum bringt das sonst gar nichts, außer regem Verkehr wo vorher keiner war.

Elisabeth-Aue
Elisabeth-Aue, Foto: © 2018 Christiane Kuhn

Das Verkehrsproblem

Schon beim vorherigen Plan gab es erhebliche Stimmen, die eine bessere Verkehrsanbindung zwingend erforderlich sahen, das ändert sich bei etwas geringerer Bebauung ebenfalls nicht!

Die „Fuffzich“, die Tramlinie von Französich Buchholz und Hauptverbindung Richtung Innenstadt ist trotz längerer Züge und häufigeren Fahrten morgens und abends am Limit.

Der 124er Richtung Heiligensee steht auf seiner gesamten Strecke so oft im Stau den der Individualverkehr verursacht, dass zu vielen Zeiten der Fahrplan eher eine Wunschvorstellung denn ein echter Fahrplan.

Der 154er ist auch eigentlich nur bis zu S-Bahn in Blankenburg zuverlässig zu gebrauchen und bleibt ebenfalls oft im schon vorhandenen Stau hängen.

Das Wort Stau habe ich ja nun schon ein paar Mal benutzt: Auch mit dem Auto gibt es also aus einigen Richtungen immer wieder Probleme und Staus, die auch mit der großflächigen Eigentumsbebauung der Gegend zusammen hängen, weil dafür keine zusätzlichen Verkehrsmittel eingeplant wurden.

Insgesamt richtet sich die Verkehrsproblematik hier also auch längst schon an jedes Bauprojekt der Gegend, die zwar jede Menge Menschen hier ansiedeln, aber sich nicht um die Verkehrslage scheren.

Menge wird gebraucht

Eigenheimsiedlungen und Flächen dafür gibt es in der Gegend eigentlich genug. Was Berlin braucht ist eine Menge von Wohnungen und dazugehörigen Schulen und Kitas sowie Nahversorgung (keine Supermärkte mit 2 ha Parkplatz).

Es braucht also mehr Bebauung wie im restlichen Viertel auch und mit bezahlbaren Mieten. Dazu gehören Spielplätze und Parkanlagen und wenn dann noch Platz ist, kann da auch noch gerne eine Laubenkolonie ran.

Eigenheimer finden woanders auch genügend Platz und müssen nicht so dicht an die Hauptverkehrslinien heran.
Und eben diese sind vorher vernünftig zu erweitern.

So sollten auch die paar benötigten Straßen des neuen Viertels allesamt in Tiefgaragen oder Parkhäusern enden und das Viertel ruhig gleich autofrei gestaltet werden ohne Parkplätze vor der Haustür und auf den Straßen.
Dann ziehe sogar ich da gerne hin… 😉

Tramlinien schließen

Natürlich habe ich auch ein paar gewagte Ideen für die erweiterte Verkehrsanbindung, die auch Autoverkehr reduzieren helfen kann und soll:

  • Statt Tram-Wendeschleife in Blankenburg Weiterführung vom Blankenburger Süden zur Wendeschleife an der Guyotstraße (z.B. auf der Trasse des Bus 154).
  • Lückenschluß zur Tram-M1 nach Nordend und/oder gar Verlängerung ins Märkische Viertel.
  • Ausbau von Radwegtrassen und Rad-Parkmöglichkeiten in Richtung Blankenburg und ins nahe Märkische Viertel.
  • Anbindung von Blankenfelde und Schildow mit einer Buslinie.
  • Querverbindung schaffen zwischen Märkischem Viertel, Französisch Buchholz, Buch und Karow (Rad, Bus, Tram…).

Die Realität

Der Blankenburger Süden und andere größere und kleinere Projekt führen in Zukunft ohnehin zum Zuzug vieler Menschen in den Norden.

Natürlich war beschlossen worden, die Elisabeth-Aue nicht zu bebauen, aber langfristig müssen wir uns der Notwendigkeit beugen, dass, ob wir es wollen oder nicht, dereinst sowieso eine Stadtregierung beschließen wird, dort etwas zu bauen.

Dann, da stimme ich der Initiative voll zu, lieber offensiv mitplanen um noch noch bestimmen zu können was geschieht, bevor es einfach geplant wird.

Quellen:

Hier liegt die Elisabeth-Aue:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.





%d Bloggern gefällt das: