Amsterdam: 1500 Parkplätze pro Jahr weniger

Amsterdam bleibt seinem Ruf als Fahrradstadt treu und hat beschlossen die innerstädtischen Parkplätze pro Jahr um 1500 zu reduzieren.
In Deutschland wäre das für viele noch immer der nahende Untergang des Abendlandes.

Parkplätze raus, Bäume rein

Bis 2025 sollen so 11200 Parkplätze in der Amsterdamer Innenstadt entfernt werden und durch Bäume, Rad-Parkplätze oder einfach breitere Bürgersteige ersetzt werden und die Stadt damit noch lebenswerter und letztlich auch umweltfreundlicher werden.

Autofahrern wird dabei aber nicht das Recht zu Parken entzogen, aber bereits vergebene Park-Lizenzen werden schlicht nicht erneuter, wenn sie z.B. durch Umzug oder Tod oder dem Aufgeben des Autos verfallen, was etwa 1100 Parkplätze im Jahr betrifft.

Die restlichen freien Plätze gewinnt man bei notwendigen Sanierungen an den Kanälen der Stadt und einigen Hauptstraßen, die hinterher eben mit weniger Platz für Autos ausgestattet sein werden.
Dazu werden auch einige Parkplätze schlicht in den Untergrund verbannt.

In Amsterdam hat das Auto nur einen Anteil von 22 % an den täglichen Fahrten in der Stadt, deren Fahrer sich aber noch immer am Löwenanteil des Platzes auf den Straßen erfreuen.

Kein Mut in Deutschland

Für ein derartiges, konsequentes Handeln fehlt in Deutschland derzeit noch allen Politikern der Mut.
Hier herrscht immer noch die Tendenz vor Fußgänger und Radfahrenden möglichst von den Straßen zu verbannen und dafür U-Bahnen zu bauen, damit der heilige Auto-Verkehr auf der Straße nicht behindert wird.

Die Lage in Amsterdam oder Kopenhagen war jedoch durchaus auch mal eine andere, Radstädte entstehen nicht von alleine, sondern nur durch den Willen seine Stadt lebenswerter zu gestalten.
Es ist die folgende Binsenweisheit, die den Wandel dauerhaft herbeiführen kann:

Etwas in den Köpfen ändern

Generell muss sich in Deutschland noch viel in den Köpfen ändern, denn statt einfach mal zu machen und mutig etwas auszuprobieren gibt es hier grundsätzlich nur Gründe etwas gar nicht erst anzufangen und lieber auf dem Ist-Zustand zu verharren.
Schlimmer noch: Oft wird auch einfach probiert etwas das nicht funktioniert, durch noch mehr vom selben zu verbessern, was natürlich scheitern muss.

Verstopfte Straßen zu verbreitern oder mehr Straßen zu bauen, das wissen wir aus eigenem Erleben, führt nur zu mehr Verkehr und noch mehr verstopfter Straße.

Choose life

Wollen wir wirklich mit schlechter Luft zwischen Blechkisten leben in der Stadt? Wollen wir unser Leben nach dem Auto ausrichten?

Mit dem Rad kann man… alles!

Was man alles mit dem Rad nicht könne, ist ja oft das was einem Autofahrende einreden wollen. Dabei bemerken sie nicht, wie sehr ihr Denken und ihr Vertrauen in die eigene körperliche Fitness schon von ihrem Fortbewegungsmittel beschnitten wurde.

Sichere Radinfrastruktur

Sichere Radinfrastruktur ist das ganze Geheimnis hinter dem großen Radverkehrsanteil in den Niederlanden.
Während man in Deutschland Experimente mit „Angstweichen“ und ähnlichem Kram macht, weil man das ja mal ausprobieren muss, hat man dort ein einfach umsetzbares Standardkonzept, welches auch problemlos auf die meisten deutschen Kreuzungen passen würde.
Man müsste nur losbauen…

Was bringt das?

Der Handel in den Innenstädten profitiert von Radfahrern und Fußgängern, da diese eher mal bummeln und dann doch mal in eine neuen Laden hineinsehen. Sie lassen mehr Geld in der Stadt.

Dank sauberer Luft und sicheren Rad- und Fußwegen gewinnt der Ganze öffentliche Raum an Qualität, die Stadt wird lebenswerter.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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