Verkehr verbuddeln – U-Bahn-Ideen

Immer wieder geistern U-Bahn-Pläne durch die Politik der Hauptstadt. Das heißt nicht, das es da keine sinnvollen Vorschläge gäbe. Aber an einigen Problemen wird trotzdem damit vorbeigedacht.

Ja was denn nun?

Wenn ein Beitrag schon mit folgendem Zitat anfängt, ahnt man, dass das Auto im Kopf trotzdem noch die vorrangige Prämisse ist:

Ist es richtig, die Berliner aufzufordern, ihr Auto abzuschaffen? Die Antwort ist eindeutig: Nein! Natürlich müssen die Berliner nicht auf ihr Auto verzichten.
Tino Schopf, SPD

 

Trotzdem findet Schopf, dass Nahverkehr die Mobilität von morgen ist und möchte den Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern.

Schopf krempelt dann auch gleich mal die Ärmel hoch und packt an:

Wir bauen das bestehende Streckennetz aus, setzen mehr Fahrzeuge ein und verdichten die Takte. Wir werden eingleisige S-Bahn-Strecken zweigleisig ausbauen und so Engpässe beseitigen. Der Ausbau der Straßenbahn geht voran, hier eröffnen wir bis 2021 erste neue Strecken. Am Zehn-Minuten-Takt auf weiteren Buslinien in den Außenbezirken sind wir dran. Von 2021 an stellen wir viele neue S-Bahnen zur Verfügung.
Tino Schopf, SPD

U-Bahn ausbauen

Darüber hinaus findet Schopf, man könne auch ein paar Lückenschlüsse im U-Bahn-Netz wagen und macht verschiedene Vorschläge:

Eine Verlängerung der U8 von Wittenau ins Märkische Viertel hinein ist sicherlich eine Option um den Menschen die Busse zu ersparen, nur um ins eigentliche Viertel hinein zu kommen.
Die Busse gänzlich ersetzen kann es aber dann doch nicht, denn viele der hier fahrenden Linien starten hier oder queren das Viertel um es mit Spandau und mit Pankow zu verbinden. Andere transportieren die Menschen weg von der Hauptstraße in die entlegeneren Plätze des Viertels, die nicht direkt von der Hauptmagistrale erreichbar sind.

Diese Busse leiden unter Autoverkehr, der nicht auf den paar Metern entsteht, um die die U-Bahn verlängert werden soll. Der 124er steht vom Startpunkt in Heiligensee quasi dauerhaft im Feierabendstau, da hilft die U-Bahn nix.
Trotzdem ist diese Ergänzung auch durchaus sinnvoll gedacht, wenn man von Pankower Seite noch die M1 bis zum Märkischen Zentrum vorwärts bringt. Oder gar bis Wittenau, dann braucht man keinen Tunnel buddeln….

Besser finde ich die Idee Krumme Lanke und Mexikoplatz zu verbinden, dort ergäbe sich eine komplett neue Route ins Stadtzentrum, die u. a. auch Pendlern aus Potsdam helfen könnte.

Totaler Quatsch ist hingegen die lustige Idee die U2 nach Pankow-Kirche zu verlängern, was nicht einmal 400 m Strecke sind und die Leute dann halt dort weiterhin mit der Tram im Stau stehen. Sinnvoller wäre hier eine komplett autofreie Zone, die die Tram deutlich beschleunigen würde, zumal der Autoverkehr die Mühlenstraße und den Autobahnzubringer Prenzlauer Allee nutzen kann.

Das Problem ist hier eher, das man auf der Strecke überhaupt noch Autos fahren lässt und es deren einfach zu viele sind. Baulich ist halt keine separate Tram-Trasse drin hier.

Was fehlt

Die U-Bahn-Ideen beinhalten zum Teil schon gute Ansätze, lassen aber von alleine noch niemanden von Auto umsteigen, noch verbessern/vermindern sie in den Brennpunkten Pankow und Märkisches Viertel den Autoverkehr, der das eigentliche Problem der bereits an allen Punkten ja vorhandenen Nahverkehrsmittel ist.

Um deren Takte zu verbessern, müssen wohl doch Autos aus dem Individualverkehr von der Straße und der Nahverkehr mehr dahingehend optimiert werden, welche Strecken die Autofahrenden aus diesen Vierteln fahren.
Möglicherweise ist das Problem nicht, in Wittenau in die S-Bahn zu steigen, sondern zum Ziel noch 6 mal umsteigen zu müssen!

Durch den Norden Pankows etwa, zieht auch eine Verkehrskarawane aus Karow gen Westen ins Märkische Viertel, deren Nutzer zwar auch über den täglichen Stau klagen, aber denen gar keine wirkliche Alternative bleibt, weil hier schlicht keine nutzbare Querverbindung existiert.
So verstopfen sie also die Straßen und machen den ÖPNV auch an anderen Stellen Probleme oder diesen in Stoßzeiten kaum nutzbar, die von der neuen U-Bahn-Station ohnehin keinen Nutzen hätten.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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