Parken: Aufregung in München

Es gibt kein Recht auf einen Parkplatz. Dort wo es nicht erlaubt ist, darf man eben nicht parken. Das hat in München offenbar zu einem regelrechten Nachbarschaftskrieg geführt.

Wo ist parken erlaubt?

Parken ist immerhin überall dort erlaubt, wo es nicht verboten ist.
Auf Gehwegen etwa muss das explizit erlaubt sein, oder es ist eben nicht erlaubt. auch nicht mit nur einer Autohälfte.

Das bringt die Anwohner einer kleinen Straße in München nun in Schwierigkeiten, die genau das taten, um ein Durchfahren der Straße zu ermöglichen, auch wenn beide Seiten beparkt wurden.

Lange war das gelebte Praxis, das störte niemanden.

Gerd Seis, Anwohner

Erlaubt ist es aber eben nicht….

Ein halbseitiges Gehwegparken ist hier auch nicht von Amts wegen zu legalisieren, da damit die Mindest-Gehwegbreite von 1,60 m unterschritten würde.

Parkaktivist

In Freising lebt ein Mensch, der offenbar durch so einige Münchner Straßen tourt und Nummernschilder von Falschparkern fotografiert und per Mail zur Ermittlung der Ordnungswidrigkeit an die zuständigen Stellen übermittelt.

Der beschäftigt uns nicht nur in der Wohlfartstraße und nicht nur bei unserer Inspektion. Der macht das münchenweit.

Joachim Scheil, Polizeinspektion 47

Viele der Anwohner erhielten inzwischen schon mehrfach Post mit den Bußgeldbescheiden zwischen 20 € und 30 €.

Das führte vor allem dazu, dass die Anlieger nun „gesetzeskonform“ voll auf der Straße parken. Auch direkt auf beiden Seiten, so dass der verbleibende Raum auf der Straße nun sogar zu eng für die Müllabfuhr und Rettungswagen ist.

Streit zwischen Nachbarn

Anstatt zu akzeptieren, dass man zumindest als zweiter an derselben Stelle nicht parken kann und auf genügend Platz für eine freie Durchfahrt zu achten ist, scheinen die Anwohner öfter mal ihre eigene Straße zu zuparken und ihre freundlichen Nachbarn legen ihnen dann auch mal Hundekot auf die Frontscheibe.

So begehen die Anwohner also inzwischen offenbar vorsätzlich abwechselnd Verkehrsbehinderungen und Sachbeschädigungen (Hundekot), machen dafür aber den Parkaktivisten „der hier nicht mal wohnt“ verantwortlich.

Beklagt wird Parkplatznot, welche offensichtlich bei Veranstaltungen eines nahe liegenden Theaters noch verschärft wird.
Eine Lösung durch die Regulierung wechselseitiger Parkflächen, damit der Verkehr frei passieren kann, wird auch abgelehnt, weil es ihnen ja Parkplätze nähme.

Nur dass die vermeintlich wegfallenden Parkplätze vorher illegal waren, also auch gar nicht existierten…

Unschuldige Opfer

Man sieht sich hier, wie überall in der Autorepublik Deutschland, als Autofahrender als unschuldiges Opfer, denn „mit dem Auto müsse man doch parken, dass wissen doch alle“ und „wir machen doch nicht schlimmes…“

Die Schuld bei sich selbst sieht da formal keiner und ein Bewusstsein dafür, dass schon der Ausgangszustand ordnungswidrig war fehlt hier auch.

Was genau macht also der Erwerb eines Führerscheins zum Führen eines KFZ besser, wenn es um die Einhaltung der StVO geht?
Nichts, denn auch sie scheitern schon an den einfachsten Regeln und am ersten Paragraphen, halten dabei den Bruch der Regel für ihr Recht, weil sie Autofahrende sind.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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