San Francisco: Fahrdienste verschlimmern Verkehr

Ist es wirklich so, dass Fahrdienste wie Uber und Lyft nicht nur den Wettbewerb bereichern, sondern Menschen dazu bringen nicht ihr eigenes Auto zu nutzen? San Francisco sagt „Nein“.

Die Straßen von San Francisco

Die Zeiten in den Karl Malden und Michael Douglas „Die Straßen von San Francisco“, ohne zu gucken und vom Verkehr gestoppt zu werden, auf der Jagd nach dem Bösewicht überqueren konnten, sind wohl schon länger vorüber.

Forscher der University of Kentucky haben nun offenbar herausgefunden, das die Fahrdienste der Stadt im Gegenteil viel schlimmeren Verkehr beschert haben, als das vorher der Fall war.

In der Realität des Jahres 2016 aber lassen rund die Hälfte der Nutzer von Fahrdienstvermittlern in den USA im Jahr 2016 nicht etwa das eigene Auto, sondern ihr Fahrrad stehen, ersetzen einen Fußweg durch die Fahrt oder hätten sich sogar überhaupt nicht auf den Weg gemacht.

Die Autos der Fahrdienste entlasten also nicht den Verkehr, sondern schufen neuen Verkehr, der nun zusätzlich die Straßen der Stadt verstopft.

Modellrechnung

Die Forscher mussten dazu erst eine Computersimulation der Stadt ohne Fahrdienste bemühen, um bei den gleichen Wachstumsparametern wie in der Stadt nachvollziehen zu können, wie sich das Verkehrsgeschehen ohne die Dienste entwickelt hätte.

So nahm in den Jahren 2010 bis 2016 die Bevölkerung um 71000 Einwohner auf 876000 zu, die durchschnittliche Fahrzeuggeschwindigkeit nahm aber um 13% ab.

Ohne die Fahrdienste, so errechneten die Forscher, hätte die Durchschnittsgeschwindigkeit nur um 4% betragen

Auch unsere Modelle zeigen, dass dann Fußgänger und Radfahrer zu den neuen Verkehrsmitteln wechseln und so der Verkehr weiter zunimmt.

Kai Nagel , Technische Universität Berlin

Autos machen den Stau

Auch wenn diese Fahrdienste eine neue und günstige Fortbewegungsform versprechen, sind es eben doch Autos, die dort unterwegs sind und alle ihre negativen Eigenschaften stets bei sich führen:
Platzverbrauch, abgase, Lärm und keine faire Bezahlung der Fahrer.

Letztlich testen die Fahrdienste so nur wie der Verkehr autonomer Fahrzeuge ablaufen könnte, wenn auch die Fahrer der Autos, die dann nach wie vor im Stau stehen, eingespart wurden, damit der Dienst möglichst billig wird.

Als Radfahrender könnte man jetzt noch bissig sagen, dass man aus leeren Autos auf dem Weg zum Kunden wenigstens nicht mehr unflätig beschimpft wird…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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