E-Scooter: Jetzt kommen sie!

Es war ja zu erwarten, aber nun hat der Bundesrat die E-Scooter auch zugelassen, nachdem noch Änderungen eingebaut wurden.

Nicht auf dem Gehweg

Zum Glück hat man sich entschieden, die Scooter nicht auf den Gehweg zu lassen um dort fortan unschuldige Passanten zu gefährden.
Wer wann genau fahren darf, zeigt die Grafik des Verkehrsministeriums hier im Tweet:

Die Scooter sind nun ab 14 Jahren freigegeben und es besteht Versicherungspflicht. Die 12 km/h-Variante ist wohl raus.

Da die Scooter ja nun auf die Radwege müssen und so nun eine neue Fahrzeugart auf den Verkehr losgelassen wird, ist es erst recht an der Zeit die Infrastruktur dafür auch zu bauen oder auszubauen.

Dort, wo es keinen Radweg gibt, müssen die Tretroller nämlich auf die Straße und kommen damit den Autofahrenden in die Spur, die ja schon jetzt als sehr freundliche Verkehrsteilnehmer bekannt sind, die ihren Platz gerne teilen…

Das bedeutet schlicht: Es werden in den Innenstädten Parkplätze und Fahrspuren für Autofahrende wegfallen müssen, um Platz für Radfahrende und Tretrollernde zu schaffen.
Den nun noch vergrößerten Druck auf die Platzverteilung in der Stadt verschweigt die Politik gegenüber Autofahrenden natürlich gerne, denn sie sind die einzigen, die noch Platz abgeben können und müssen.

Chance nutzen

Die Hoffnung der Radfahrenden ruht nun auf endlich mutigeren Entscheidungen der Planer, denen nun recht flott eine weitere Umverteilung des öffentlichen Raumes gelingen muss.
Das wäre ohnehin auch für den Radverkehr gut.

Persönlich denke ich, dass es eher bei einem kurzen Hype bleiben könnte, denn wer mal mit dem ungefederten Tretroller über die Radinfrastruktur Berlins (so sie überhaupt vorhanden ist) verliert sicherlich bald die Lust daran. Spätestens aber dann auf der Fahrbahn, wenn die Autofahrenden, sie mit ihrem typischen, freundlichen Vokabular darauf hinweisen, dass sie sich verpissen sollen.

Ohnehin ist die letzte Meile in Berlins Innenstadt bestens ausgestattet mit Verkehrsmitteln und Haltestellen. Die Taxifahrer konnten aus den letzten BVG-Streiks schon kein Kapital schlagen, weil eben kaum mehr Nutzung durch Fahrgäste anderer Verkehrsmittel stattfand.
Dort leidet der Verkehr nämlich nur unter zu vielen Autos, die den ÖPNV massiv an der Pünktlichkeit hindern.

Öffis

Soweit mir bekannt ist, lassen die Beförderungsbedingungen der Busse und Bahnen derzeit keinen Mitführen der Scooter zu, da es sich um versicherungspflichtige, motorbetriebene Fahrzeuge handelt.
Man sollte sich also vorher mal erkundigen, ob man damit überhaupt in die S-Bahn darf.

Da ich mir auch kaum vorstellen kann, dass der Tretroller-Businessmensch mit seinem Gefährt für die letzte Meile sich in der S-Bahn ins richtige Abteil stellt und steht, weil da eh schon jetzt kaum Platz ist, wird das wohl auch noch zu zusätzlichen Problemen führen.
Wir alle kennen schon jetzt jene netten sonst mit dem Auto fahrenden Menschen, die auf dem Weg zum Flughafen mit ihrem Zwei-Kubikmeter-Rollkoffer in der Bahn gleich vier Sitzplätze blockieren und auch noch patzig werden, wenn man sie darauf hinweist…

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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