Deckel, Rückbau, Umbau

Autofahrende bekommen derzeit ja immer wieder einen Herzanfall nach dem anderen: Ständig wird etwas geplant und immer scheint das Auto der Verlierer zu sein. Ist es aber nicht immer.

Die Stadt ist voll

Niemand wird bestreiten, dass Berlin aus allen Nähten platzt:
Wohnraum ist nicht nur teuer sondern auch knapp.
Zweimal täglich stecken die Einwohner der Stadt auf den Straßen mit dem Auto oder im ÖPNV im Stau der motorisierten Individualverkehrs fest.

Geparkt wird von Autofahrenden längst auf jeder freien Stelle, egal ob Gehweg, Radweg, Grünstreifen oder einfach in zweiter Spur auf der Fahrbahn.
Mieträder stehen auf den Bürgersteigen herum und Roller sollen noch dazu kommen und an vielen Stellen gibt es auch für Radfahrende keine vernünftigen Abstellmöglichkeiten mehr.

Jeder kämpft um Platz, speziell um den öffentlichen Raum, den in den letzten Jahrzehnten der Autoverkehr in Beschlag genommen hat un der prozentual die größte Verkehrsfläche einnimmt.

Manche rufen „mehr Straßen…!“, aber genau das kann eben nicht die Lösung in einem flächenmäßig begrenztem Raum sein:

Rückbau der Autobahn

Um nun mehrere der Probleme gleichzeitig angehen zu können hat die BVV Tempelhof-Schöneberg den Willen bekundet, die A103 zwischen dem Steglitzer Kreisel und dem Sachsendamm zurückzubauen und dem Verkehrsaufkommen entsprechend auf eine vierspurige Straße zurück zu führen.

Die Verkehrsbelastung auf dem Stück Autobahn zwischen Steglitz und Schöneberg entspricht mit unter 30.000 Fahrzeugen pro Tag eher einer vierspurigen Stadtstraße mittlerer Belastung. Sie ist völlig überdimensioniert.

Christoph Götz-Geene, SPD-Fraktionschef BVV Tempelhof-Schöneberg

Natürlich zweifeln CDU, FDP und AfD an der geistigen Gesundheit der BVV-Mehrheit, weil es um Platz fürs „heilige Blechle“ geht, haben aber auch keinen eigenen, besseren Vorschlag.

Die sehr raumgreifende Autobahn-Architektur soll also abgerissen werden und auf dem gewonnenen Platz soll dann noch immer eine vierspurige Straße den Verkehr von 30000 Fahrzeugen abwickeln.
Auf dem Tempelhofer Damm werde täglich ein Volumen von 60000 Fahrzeugen abgewickelt, eine Autobahn für so wenig Verkehr sei also unwirtschaftlich für den Betreiber, also dem Bund.

Dazu überlegt man das Autobahnkreuz Schöneberg zu deckeln und die alten Verbindungsschleifen des Autobahnkreuzes zurückzubauen .

Der zusätzlich gewonnene Platz könne mit Neubauten und Gewerbe bebaut werden und Verknüpfungen alter, vorher getrennter Kieze wieder hergestellt werden.

Der Vorschlag aus Tempelhof soll in die ohnehin stattfindenden Untersuchungen des Senats einbezogen werden, die zur Deckelung bereits in Angriff genommen werden.

Deckel drauf

Die Autobahn 100 ist derzeit der größte Anwärter auf einen Deckel, der dort Gleise und Fahrbahnen abdecken soll um hauptsächlich Grünanlagen dort entstehen zu lassen und die Trennung der Wohnviertel durch eine Tiefe Schlucht beenden soll.

Gegen diesen Plan hat zumindest einmal die CDU nichts einzuwenden, weil dem Auto hier ja kein Platz weggenommen wird um weiter rumzudieseln.

Ein weiterer „Deckel-Kandidat“ ist die Gleisanlage im Bereich der Schönhauser Allee im Prenzlauer Berg.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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