Demo Oberbaumbrücke: Rad schieben?

Nach Kreuzberg sollte man sein Rad schieben, so sah es die Baustellenplanung vor. Nach dem Mobilitätsgesetz geht das nicht. Berlins Radfahrende demonstrieren ihren Unwillen.


Autos rasen -Radfahrende sollen schieben

In Richtung Kreuzberg steht bloß der schmale Gehweg und eine Fahrspur für alle Verkehrsarten zur Verfügung.
Radfahrende und Autoverkehr sollten sich die Fahrbahn teilen.

Offenbar hielten sich Autofahrende aber nicht an die ausgeschilderten Geschwindigkeitsbegrenzungen, so dass es zu gefährlichen Situationen kam.
Daraufhin wurde beschlossen, dass Radfahrende in Richtung Kreuzberg ihre Räder über den Gehweg schieben sollten.

§39 des Mobilitätsgesetzes regelt Baustellen
§39 des Mobilitätsgesetzes regelt Baustellen

15000 Radler

Den Autoverkehr nicht zu regulieren und trotzdem zu bevorzugen, während Radfahrende auf einer der Radverkehrs-Haupttrassen schieben sollen, gleicht der Aufforderung an Autofahrende sie mögen ihr Fahrzeug über das Autobahnkreuz am Funkturm schieben.

Bis zu 15000 Radfahrende nutzen täglich die Oberbaumbrücke und zudem gibt es dort auch starken Fußgänger-Verkehr.
Insgesamt kreuzen in diesen beiden Verkehrsarten sicherlich beinahe mehr Menschen die Brücke als in den Autos die über die Brücke rollen.

Unbefriedigende Situation

Die unbefriedigende Situation kann auch nur schwer aufgelöst werden, denn die beschädigte Elsenbrücke kann kaum zusätzlichen Verkehr vertragen, so äußerte sich auch Verkehrsenatorin Günther vor Ort bei der Demo.

Dennoch wolle man den Fußgängerverkehr auf die Ostseite unter die U-Bahn umleiten und den schmalen Gehweg auf der anderen Seite für den Radverkehr nach Kreuzberg freigeben.
Fußgänger und Radverkehr sollen auf der U-Bahn-Seite durch Leitboys voneinander getrennt werden.

Auch das wäre nicht konform mit dem Mobilitätsgesetz, so meint der ADFC und befürchtet, dass die Trennung nicht funktionieren wird.

Immerhin kann die spontane Demo als Erfolg gewertet werden, denn schon mit der Ankündigung begann man offenbar in der Verkehrsverwaltung nach einer Lösung zu suchen.

Unmut bei den Radfahrenden
Unmut bei den Radfahrenden

An die eigene Nase fassen

Hier finde ich, können sich die Radfahrenden aber dann auch einfach mal selber an die Nase fassen und zeigen, dass sie gute, StVO-konforme Verkehrsteilnehmer sind und mit diesem Kompromiss entsprechend rücksichtsvoll umgehen.

Natürlich ist das mit den vielen Touristen an dieser Ecke nicht immer einfach, aber das ist das tägliche Radfahren in der Stadt auch sonst nicht.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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