Kein kostenloses Parken in der Innenstadt – Parkzonen teurer

Im S-Bahn-Ring soll es über kurz oder lang nicht mehr kostenlos möglich sein, sein Auto zu parken und schon jetzt wird es in den Parkzonen teurer. Ein guter Anfang zur Verkehrsreduktion.

Parken nicht mehr kostenlos

Momentan werden innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings nur 40% der Park-Flächen durch einen Parkraumbewirtschaftung erfasst.
Dieser wert soll bis 2020 auf 75% steigen und danach irgendwann 100% erreichen.

Bis zu vier Euro in der Stunde wird das Parken auf öffentlichem Grund dann kosten:

Die genauen Summen stehen noch nicht fest, eine Erhöhung der 2006 zuletzt angepassten Spanne von ein bis drei Euro pro Stunde auf zwei bis vier Euro erscheint allerdings geboten.

Verkehrs- und Umweltverwaltung Berlin

Luftreinhalteplan

Diese Maßnahmen stammen aus dem Luftreinhalteplan, der, neben anderen Maßnahmen wie etwa Tempo-30-Zonen, „die Erhöhung der Parkgebühren um 20% in jeder Stufe im Jahr 2019“ vorsieht.

Die Erstellung eines Luftreinhalteplans ist eine verpflichtende Maßnahme der EU, da Berlin die Scahdstoff-Grenzwerte überschritten hat.
So lange das so ist, muss Berlin Maßnahmen zur Luftreínhaltung in einem verbindlichen Plan festhalten.

Dazu gehören neben der Parkraumbewirtschaftung auch die Erneuerung oder Umrüstung kommunaler Autoflotten, Durchfahrverbote und Verstetigung des Verkehrs sowie der Ausbau des ÖPNV und des Radverkehrs.

Im Juni 2019 soll dieser Plan verabschiedet werden, nach dem er bis morgen mehrere Wochen öffentlich für eine mögliche Bürgerbeteiligung auslag.

Parkraumbewirtschaftung

Die Parkraumbewirtschaftung selbst diene „vorrangig der Regulierung des ruhenden Verkehrs“, doch sie hat eben auch Auswirkungen auf den Verkehr allgemein:

Eine flächenhafte Bewirtschaftung eignet sich jedoch auch zur Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen und Förderung des Umstiegs auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes. Letzteres gilt besonders für Pendlerverkehre und Kurzstrecken.

Luftreinhalteplan 2019

In den bewirtschafteten Zonen wird sinkender Parkdruck registriert, der den „Parksuchverkehr“ erheblich veringere.

Insgesamt dient also auch diese Maßnahme dazu, den motorisierten Individualverkehr in die Innenstadt zu reduzieren und Menschen dazu zu motivieren auch andere Verkehrsarten zu nutzen um die Luft reiner und das Leben in der Stadt wieder angenehmer gestalten zu können.

Citymaut

In anderen Städten hat man die Regulierung des Innenstadtverkehrs mit schärferen Maßnahmen in Angriff genommen:

In London gilt seit 2003 die Citymaut für die Innenstadt. Von Montag bis Freitag zwischen 7 und 18 kostet die Fahrt in die Innenstadt umgerechnet 13,50 €. Etwa 80000 (!) Fahrzeuge weniger pro Tag fahren nun in die Innenstadt, dafür hat der Radverkehr um zwei Drittel zugenommen.

Auch in Stockholm ist das seit 2007 Realität, die Reduktion erreicht dort 20% und in beiden Städten gibt es seither weniger Staus.

In beiden Städten funktioniert das sehr gut, weil es eben auch ausreichende Alternativen zum Autoverkehr gibt.
Auch Berlin ist innerhalb seiner Stadtgrenzen im ÖPNV gut ausgebaut und vor allem in der Innenstadt so dicht, dass es an Alternativen nicht mangelt, der alleine schon durch weniger Staus auch wieder pünktlicher funktionieren würde.

Die Citymaut gibt es außerdem noch in Singapur, Mailand, Bologna, Palermo, Oslo, Trondheim, Göteborg und selbst in New York plant man deren Einführung für 2021.
Es handelt sich also durchaus um ein funktionierendes Modell mit den verschiedensten Varianten von Ausnahmen für gewerblichen Verkehr oder E-Fahrzeugen und in keiner Stadt ist offenbar die Mobilität bei der Einführung zusammen gebrochen.

Die Citymaut wäre also die Alternative, wenn die Modelle der Parkraumbewirtschaftung nicht ausreichen, um den Verkehr in der City zu regulieren und den EU-Vorschriften Folge zu leisten.

Wir haben die Wahl

Wir haben also selbst die Wahl:
Überlegen wir uns das Auto vernünftiger einzusetzen und reichen dafür die „Anreize“ der Parkraumbewirtschaftung oder brauchen wir die „Holzhammermethode“ der Citymaut?

Entweder oder…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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