Fahrräder geklaut, wo man sie fährt

27529 Fahrraddiebstähle gab es in 2018 in Berlin. Der durchschnittliche Wert der gestohlenen Fahrräder stieg dabei auf 663 €.

Hochwertige Räder im „Trend“

Der gestiegene Durchschnittswert ist wohl vor allem auf die steigenden Zahlen von Pedelecs und E-Bikes auf unseren Straßen zurück zu führen, die auch gemeinsam mit den hochwertigen Rädern die Hitliste der Diebstähle anführen.

Fahrraddiebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Fahrradklau ist eine sehr organisierte Art von Kriminalität.

ADFC-Sprecher Nikolas Linck

Der ADFC kritisiert weiter, dass die Polizei mit dem steten Hinweis auf Personalmangel Fahrraddiebstähle nur halbherzig verfolge.
Die Aufklärungsquote liegt nur bei 4 %.

Die Grünen fordern daher eine dauerhafte Ermittlungsgruppe für die Aufklärung von Fahrraddiebstählen, mit der man auch in München gute Erfahrungen gemacht habe.
Vom 1. Mai 2018 bis zum 30. April 2019 hatte es eine Ermittlungsgruppe „Velo“ bei der Berliner Polizei gegeben, mit der man vor allem Erkenntnisse über die Täter und deren Organisation gewinnen wollte.

Geklaut, wo sie benutzt werden

Wenig überraschend ist die Tatsache, dass die Fahrräder eben auch dort geklaut werden, wo sie auch viel benutzt werden:
So ist das Zentrum von Pankow mit 547 Diebstählen der Hotspot in 2018, gefolgt vom Gräfekiez in Kreuzberg mit 403 Diebstählen.

Die wenigsten Diebstähle gab es demnach im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Mangel an sicheren Abstellplätzen

Neben der suboptimalen Strafverfolgung von Fahrraddiebstählen, liegt eine weitere Ursache dafür im eklatanten Mangel von sicheren Abstellplätzen für Radfahrende.
Wer auch nur 10 Minuten zu spät am Bahnhof ist, für den bleiben oft nur noch Hochrisikoplätze übrig.

Fahrradparkhäuser oder überhaupt Abstellanlagen in größerer Zahl sind insbesondere im Innenstadtbereich Mangelware.

So sollten Shopping-Malls oder große Supermärkte verpflichtet werden neben eigenen, sicheren Abstellanlagen im Außenbereich auch in den Parkhäusern Plätze für Räder aller Art zu schaffen. Sofern diese dann auch beaufsichtigt werden, hat sicher auch kein Radfahrender etwas dagegen dafür auch zu bezahlen.

Exemplarisch dafür hier der Link zu den Abstellmöglichkeiten der Mall Of Berlin, die hier damit aber nicht im besonderen gegenüber anderen Malls kritisiert werden soll, denn immerhin macht man sich hier die Mühe Abstellplätze aufzulisten, die aber fast alle eigentlich nicht zur Mall gehören, sondern weiter weg liegen.

Sicher abstellen

Der Radfahrende selbst kann aber auch einiges dazu tun, dass sein Rad dort bleibt, wo er es abgestellt hat:

  • Man sollte vermeiden sein Fahrrad in dunklen, einsamen Ecken abzustellen und es an etwas festem befestigen (Fahrradbügel, Metallzaun, Laternenpfahl).
  • Niemals das Schloss für 4,95 € aus dem Baumarkt benutzen um ein 1000€-Rad oder überhaupt ein Rad zu sichern.
  • Das Fahrradschloss möglichst weit oben um den Befestigungspunkt führen, damit der Dieb den Bolzenschneider nicht am Boden abstützen kann.
  • Möglichst mehr als ein Schloss verwenden.
  • Den Akku aus dem Elektro-Fahrrad mitnehmen, wenn es länger stehen bleibt.
  • Nachts oder wenn es länger nicht benutzt wird, in den Fahrradkeller stellen.

Je besser ein Rad gesichert ist, desto wahrscheinlicher wird es, das ein Dieb ein „leichteres“ Opfer wählt, dass ihm weniger Mühe bereitet.

Experten sagen auch, dass Fahrraddiebe oft auf bestimmte Arten von Schlössern spezialisiert sind und diese dann gezielt auswählen.
Daher empfiehlt es sich bei der Verwendung von zwei Schlössern verschiedene Bauarten zu kombinieren.

Die Stiftung Warentest hat in diesem Jahr erneut Fahrradschlösser getestet.
Details und Ergebnisse findet du in unserem Bericht zum Test.
Mögliche Hotspots für Fahrraddiebstähle in deinem Kiez kannst du auch hier finden: VELO.GRAPH – Karte der Fahrraddiebstähle

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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