Mut zur Tram – Mut zur Verkehrswende

Mehr Radverkehr und Tram in der Leipziger Straße, dafür weniger Autos. Der Schritt in die richtige Richtung, denn nur so kommt der ÖPNV dort überhaupt noch voran.

Autoverkehr unattraktiv machen

Ein wesentlicher Punkt der aus vielen Gründen unbedingt erforderlichen Verkehrswende ist es für Autofahrende unattraktiv zu machen dort zu fahren und den anderen Verkehrsarten Raum auf der Straße zurück zu geben. Das ist der zentrale Punkt.

50000 Autos quälen sich derzeit durch die Leipziger Straße. Es gibt täglich Staus. Gehupe und Geschiebe wie in Mumbai.
Radfahren können hier nur die mutigsten, es ist laut und niemand geht hier gerne spazieren.
Potsdamer Platz und Leipziger Straße, zwei zentrale Orte der Stadt, werden der Welt als Dauerstau präsentiert. Das soll attraktiv sein?

Die Planung sieht vor, dass die Tram M4 und ihre Trasse ab 2027 den Takt für die Straße vorgeben. Der Autoverkehr wird massiv Platz an die Tram und den Radverkehr abgeben müssen, je nach Planvariante mit einer oder zwei Autospuren.

Der Autoverkehr wird durch Ampel dosiert und muss der Tram als Taktgeber folgen.
Dazu entstehen über 2 Meter breite Radwege, die in der bisherigen Planung allerdings für barrierefreie Tram-Haltestellen eingeengt werden sollen.
Das Netzwerk Fahrradfreundliche Mitte möchte dazu gerne noch eine andere Variante vorschlagen.

Blitzmerker ADAC

Natürlich gibt es Widerspruch zu diesen Plänen:
Der Autoverkehr würde mit diesem Plan massiv eingeschränkt so meint Sandra Hass vom ADAC.

Schon jetzt stockt es regelmäßig, vor allem im Berufsverkehr. Kaum vorstellbar, wie es dort aussieht, wenn Autos nur noch auf einer Spur je Richtung unterwegs sein können, dann noch im Pulk hinter der Straßenbahn. Wir befürchten extreme Rückstaus weit über den genannten Abschnitt hinaus.

Sandra Hass, ADAC

Sinn und Zweck des Baus der Tramlinie und der Umgestaltung der Straße ist tatsächlich die Einschränkung des Autoverkehrs zu Gunsten der anderen Verkehrsarten. Gut bemerkt ADAC!

Ähnlich äußert sich auch CDU deren Sprecher Friederici aber in der Hauptsache Kritik an der Regierung allgemein von sich gibt und meint die R2G-Regierung werde ohnehin 2021 enden, „dass wären dann 5 verlorene Jahre“.
Er widerspricht sich im Grunde selbst, da er den massiven Ausbau des ÖPNV fordert und hier, wo ein Plan zum Neubau einer Tramlinie vorliegt, auch wieder nur Kritik übrig hat.

Mut zur Umsetzung

Hier muss der Plan einfach einmal mutig umgesetzt werden, denn der Widerstand gegen beliebige Projekte deren Inhalt eine Verminderung von Autoverkehr ist, hat immer denselben Verlauf, wie man z.B. in Kopenhagen längst weiß:

Verlauf des Widerstands bei Infrastrukturprojekten

Die Furcht, dass Autos keinen Platz mehr haben werden, ist unbegründet. Aber es wird weniger Platz für Autos geben – weil künftig weniger Autos durch die Straßen fahren werden.

Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese (Grüne)

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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