Mahnwache für getötete Radfahrerin

Am vergangenen Mittwoch wurde eine 55 jährige Radfahrerin bei einem Verkehrsunfall mit einem Auto an der Kreuzung Schiller-/Krumme Straße getötet.

Verkehrsberuhigte Zone

Die betreffende Kreuzung auf der der 78.jährige Autofahrer die Radfahrerin angefahren hat ist Teil einer verkehrsberuhigten Zone in diesem Viertel, die an dieser Stelle eine Tempo-30-Zone-Straße kreuzt.

Die Kreuzung selbst ist vollständig Teil der verkehrsberuhigten Zone, so dass es noch immer nicht klar ist, wie es im Bereich einer Zone mit Schrittgeschwindigkeit zu einer Kollision konnte, nach der die Radfahrerin unter dem Fahrzeug begraben wurde und dass selbst sofort herbeigeeilte Helfer sie dort nicht mit Wagenhebern befreien konnten.

Statistisch betrachtet ist diese Kreuzung kein Unfallschwerpunkt, aber auch kein unbekannter Unfallort, erst vor einem Jahr gab es dort einen schweren Unfall.

Dennoch kann kaum die Rede sein von einer verkehrsberuhigten Zone in der Kinder spielen könnten, denn tagsüber drängeln sich hier LKWs und PKWs förmlich Stoßstange an Stoßstange hindurch.
Die Straßen werden als Schleichweg für die Verbindung zwischen Kant- und Bismarckstraße sowie für die vermeintliche Einsparung von ein oder zwei Ampeln parallel zu diesen Straßen benutzt.

In den Abendstunden beobachten die Anwohner häufig Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit, die in der verkehrsberuhigten Zone zu Lärmbelästigung führen.

Kreuzung Schillerstraße/Krumme Straße
Kreuzung Schillerstraße/Krumme Straße

Systemfehler?

In der Rede am Unfallort wies Denis Petri von Changing Cities vor allem auf den Umstand hin, dass es in Deutschland laut den Arbeitsschutzbestimmungen nicht möglich ist, irgendwo eine Maschine zu betreiben, ohne das der Maschinenführer seine Befähigung nachweisen und immer wieder Fortbildungen absolvieren müsse.

Wir alle, so Petri weiter, müssten regelmässig unseren Personalausweis verlängern lassen, Berufskraftfahrer müssten alle 5 Jahre ihre Befähigung nachweisen, einzig der Führerschein zum Führen eines privaten PKW gelte lebenslang ohne jegliche Einschränkung.

Es sei eine Aufgabe des Systembetreibers der Infrastruktur, richtete Petri seine Forderung an das BMVI, diesen Umstand zu ändern, damit solche Unfälle möglichst unterblieben.

Fahrrad-Demo

Im Anschluss an die Mahnwache führte der ADFC noch eine Fahrrad-Demo zum Roten Rathaus durch um die Betroffenheit und Wut über diesen Unfall zu den verantwortlichen Politikern zu tragen.

Dort wurde vor allem auch ein Appell an alle Radfahrenden gerichtet, sich von solchen schrecklichen Unfällen nicht abhalten zu lassen schon morgen wieder auf das Rad zu steigen.

Trotz des tragischen Ereignisses verlaufen die allermeisten Fahrten mit dem Rad gut und nur sichtbarer, steigender Radverkehr unterstreiche letztlich den Druck der Menschen auf eine lebenswerte Stadt in der die Verkehrswende Wirklichkeit werden kann.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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