Konzeptlos: Friedrichstraße kriselt vor sich hin

Im Quartier 206 ist nix mehr los, die Galeries Lafayette von Wegzugsgerüchten umgeben und H&M macht am 31,08. dicht.

Nicht mal mehr billig geht

Mit H&M gibt ein Geschäft auf, dass man ursprünglich so gar nicht in dem Teil der Friedrichstraße haben wollte, der irgendwie an scheinbar legendäre Einkaufsmeilen der Welt heranreichen sollte.

Louis Vutton und Yves Saint-Laurent sind schon längst weg und im Quartier 206 sind schon eine Menge Geschäfte leer.
In der Folge gehen auch die Kunden lieber in die Mall of Berlin am Leipziger Platz.

Dort ist es eh gemütlicher als in der schmalen Möchtegern-Meile zwischen Unter den Linden und Checkpoint Charlie, die weder durch hübsche Plätze noch durch besondere Freundlichkeit gegenüber Fußgängern und Radfahrenden glänzt:
Eine Automeile, die es nicht mal Autofahrenden besonders leicht macht, führt doch schon jeder Versuch irgendwo einzuparken zu einem Rückstau in der schmalen Straße.

Konzeptlosigkeit

Einig ist sich der dortige Standortvertretung nur darin, dass man eben keine dauerhafte Flaniermeile wolle.
Man hängt noch dem Glauben an, dass nur Autos die Kunden brächten.

Parkmöglichkeiten für Radfahrende gibt es entweder gar nicht oder falls sie mir entgangen sein sollten, dann so gut versteckt, dass auch Radfahrer nur auf der Durchreise sind.

Fußgänger, sofern sie aus der U-Bahn kommen, landen in der Straßenmitte und müssen erst einmal auf irgendeine Straßenseite gelangen.

Und nun möchte man es doch einmal mit einer Modenschau auf der Straße versuchen und den Abschnitt rund um den 3.Oktober drei Tage autofrei gestalten.

Ein klares Konzept sieht anders aus….

Keine Anwohner

Rund um diesen Abschnitt gibt es keine Anwohner, es lebt da tatsächlich niemand. Arbeitende Menschen aus den Büros sind auch keine tolle Kundengruppe, gehen sie doch eher was essen und dann nach Hause.

Andere Menschen haben allerdings auch wenig Grund ausgerechnet dort shoppen zu gehen:
Als Berliner ist man in seiner Wohngegend bestens mit Malls versorgt und mir persönlich fällt nichts ein, weswegen ich ausgerechnet dort mal shoppen sollte, Das fängt ja bereits damit an, dass ich nicht mal weiß wohin mit dem Rad…

Touristen gelangen vom Bahnhof Friedrichstraße oft nur bis Unter den Linden, an dessen Enden mit dem Brandenburger Tor und dem Fernsehturm ja gleich zwei der „BigFive“ der Sehenswürdigkeiten der Stadt warten.

Chance verspielt

Aus meiner Sicht hat man aber auch mit der Maxime möglichst nichts zu ändern auf längst eine Chance verspielt:
Natürlich wirkte sich die U-Bahn-Baustelle Unter den Linden nicht unbedingt positiv aus!

Man hätte in den langen Jahren aber auch längst mal selber die Initiative ergreifen können und sich, da man ja eh vom Verkehr abgeriegelt war, einfach mal als Flaniermeile mit besonderen Angeboten präsentieren können.

Wäre jedenfalls eine Option gewesen…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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