Xhain: Schon wieder Kritik!

Testweise werden Diagonalsperren eingesetzt, aber schon am Tag der Installation gibt es Kritik. Wisst ihr noch was ihr wollt?

Test Diagonalsperren

Für einen zunächst einjährigen Test mit anschließender Bewertung sind im Wrangelkiez an zwei Kreuzungen sogenannte Diagonalsperren durch Poller errichtet worden, die den Effekt eines Schleichweges durch die verkehrsberuhigte Zone zunichte machen, weil man eben nicht mehr geradeaus durchkommt.

Es herrscht sogar allgemeiner Konsens darin, dass es hier zu viel Verkehr gäbe und man sich die Straße ruhiger wünsche, als das bisher der Fall sei.

Und es gab sogar ein Ständchen:

Bedenkenträger

Doch der Tag ist noch nicht mal zu Ende, da melden sich schon die Bedenkenträger mit sehr merkwürdigen Argumenten:

Ich bekomme drei bis vier Lieferungen täglich. Nun wird aber an der Wrangelstraße permanent in der zweiten Reihe geparkt. Wenn jetzt ein Lieferwagen zu mir kommt, ist die Straße dicht

Tuncay Oguz, Besitzer „Nahkauf“

Die Straßen sind nicht schmaler geworden durch die Sperre, also muss dass eigentlich ja schon immer so gewesen sein oder die Fahrzeuge standen halt in der Cuvrystaße herum.
Das ordnungswidrige Verhalten seiner Lieferanten ist im übrigen ein Thema, das er mit seinen Lieferanten besprechen sollte, denn es ist ja keine Straße hier gesperrt worden, man kommt halt nur etwas „umständlicher“ ran.

Manche Anwohnern befürchten, ein verkehrsberuhigter Kiez würde dessen Attraktivität erhöhen und so eine Gentrifizierung vorantreiben.

Grundsätzlich ausgeschlossen ist das natürlich nicht, aber den Durchgangsverkehr wollen sie ja so auch nicht… also was nun?

Noch schaffe ich alles mit der Bahn Aber in absehbarer Zeit brauche ich ein Auto, um voranzukommen. Dann durch ein unübersehbares Straßensystem im Kiez zu kommen und lange Wege von einer Parklücke zurückzulegen – da bin ich überfordert.

Petra, 65 ,Anwohnerin

Der Weg zu den Öffis ist durch die Sperren ist nicht einen Zentimeter länger geworden und bis es soweit ist, kennt man das „Straßensystem“ ja dann auch schon.
Parken ist nicht im Autokauf inkludiert, war es noch nie. Eine Diagonalsperre vernichtet auch genau Null Parkplätze, denn sie steht auf einer Kreuzung.

Wer sich, alle körperlichen Gebrechen mal außen vor gelassen, schon jetzt überfordert sieht, einen „längeren“ Weg bis zum Auto zurückzulegen, sollte sich fragen ob das Auto dann überhaupt die richtige Idee ist.

Ein weiterer meint, jetzt würden sich wohl Radfahrenden rasant durch die Poller bewegen… okay, möchte er lieber die Autos zurück die vorher da fuhren?

Fazit

Wie schon bei den Leuten im Samariterkiez bekomme ich doch echt einen Hals bei den Argumenten, die für mich zumeist schlichtes „Mimimi“ sind.
Durch meinen Tempo-30-Kiez am Stadtrand rollt täglich der Berufsverkehr, was vor vielen Jahren, als ich hierher zog, noch nicht so war.

Mein Arbeitsweg beinhaltet 200 m sanierten, aber nicht neuen Radweg, weil nebenan das Schultheiss-Quartier neu gebaut wurde.
Die anderen 19,8 km sehe ich nicht eine einzige Veränderung auf der Straße, die meinen Weg sicherer oder gar bequemer machen würde, sondern nur unsanierte, der Unbenutzbarkeit entgegen sehende Radwege.

Und anderenorts streitet ihr euch um solche Argumente oder ob eine Umleitung 20 cm zu schmal ist oder Schild XY die exakte Ausrichtung hat…

Ihr da in Xhain wartet einfach mal ab, was es wirklich bringt, denn das werdet ihr erst in einiger Zeit wissen, wenn sich alle an die neue Umgebung gewöhnt haben. Dann ist noch genug Zeit zum meckern!

Und der Rest möge mal bitte darüber nachdenken, dass es auch eine Aufgabe sein muss, vorhandene Infrastruktur zu erhalten auch wenn sie (noch) nicht dem Gesetz entspricht, denn sonst kommt mangels Infratruktur bald auch niemand mehr mit dem Rad in den Wrangelkiez um da staunend die Poller zu bewundern!

Eine einzige Diagonalsperre würde etwa in meinem Kiez langen, um den gesamten Durchgangsverkehr abzuklemmen ohne auch nur eine Veränderung für die parkenden Anwohner zu verursachen… 😉
Dann wäre das auch wieder eine Tempo-30-Zone.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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