Der „Verkehr“ wird behindert!

Rund um die in der Stadt rumorenden Blockaden der Extinction Rebellion jammern die Medien: Der „Verkehr“ werde massiv behindert!

„Veränderter Tagesablauf“

Da gibt heute die konservative Publizistin Bednarz im ZDF-Morgenmagazin zu bedenken, dass man Extinction Rebellion (XR) mal darauf abklopfen sollte, ob es sich mit der Verfassung und den Gesetzen Deutschlands vereinbaren lässt, wenn dadurch „der Tagesablauf von Menschen verändert werde.

Wtf?

Wenn dem so wäre, wäre ja auch eine Blockade durch stehende Autos (Stau) nicht konform mit dem Gesetz und müsste polizeilich geräumt werden, denn wenn deswegen (wie täglich in Berlin) Buslinien umgeleitet werden, verändert sich mein Tagesablauf.

Der „Verkehr“

Ansonsten beklagen die Medien, wie immer, das der „Verkehr“ in der Stadt massiv behindert würde.

Was wäre denn die angemessene Form des Protestes, fragt sich in diesem Video Jonathan Pie: Eine scharf formulierte Email?

(Jonathan Pie ist eine fiktive Figur eines Fernsehjournalisten gespielt von Tom Walker der sich in den Drehpausen über die Ereignisse aufregt, über die er berichtet und mit seinem fiktiven Produzenten Tim meckert. Es handelt sich also nicht um einen echten Journalisten, sondern um sehr wahre Satire. Anmerkung der Redaktion)

Im Falle des Großen Sterns beklagt sich darüber natürlich nur jemand, wenn eben gerade keine Fußball-WM stattfindet.
Teilbereiche davon sind eh wegen aller möglichen Veranstaltungen dauernd gesperrt.

Am wichtigsten ist es jedoch mal eindeutig festzustellen, dass lediglich der Autoverkehr in einigen Bereichen womöglich nicht so läuft wie sonst.
Gucke ich hier aus dem Fenster läuft alles recht normal, wie in den meisten anderen Stadtteilen dieser großen Stadt auch.

Nutzer von S- und U-Bahn sowie Radfahrende und auch zu Fuß gehende Menschen sind von der „Verkehrsbehinderung“ dort so ja gar nicht betroffen.
Lediglich Nutzer von Bus und Tram erleben mehr Stau als sonst in der Innenstadt, weil si in ihm fest stecken. Sorry!

An normalen Werktagen sind durch Baustellen, Staus und Unfälle im allgemeinen noch viel mehr Kreuzungen und Brücken blockiert, als derzeit durch XR.

Dadurch verändern sich permanent in der Stadt Tagesabläufe.

Während also einige tausend Menschen ein Problem damit haben mit dem von ihnen bewusst gewählten Verkehrsmittel durch die volle Stadt zu kommen, haben hunderttausende Nutzer anderer Verkehrsarten genaugenommen einen völlig normalen Tag.

Wenn man dazu dann noch Autofahrer im Stau befragt, ob sie genervt sein, ist die Antwort wohl erwartbar und ja sicher auch beabsichtigt.
Das Ergebnis bekäme man bestimmt auch, wenn man Schweine auf dem Weg zum Schlachthof befragt, ob sie Angst vor dem Tod hätten…

Sieht so eine Klimademo aus?

Eine Boulevardzeitung schwadroniert derweil über den Müll, der am Potsdamer Platz zurück geblieben ist, weil Klimademos natürlich besonders umweltfreundlich ablaufen müssten, ebenso wie Erzieher-Demos kinderfreundlich und Lehrer-Demos lehrreich sein müssen.
Merkt ihr selbst, wa?

Da man an sowas ja nicht teilnimmt, ist es auch völlig legitim für Boulevard-Redakteure ihren ToGo-Becher einfach auf die Straße zu pfeffern, ne?

Wenn nach einer Räumung noch Demonstranten da wären, würden die vielleicht auch aufräumen:

Ungewollte Änderungen

Das Leben wird auch allen Kritikern viele ungewollte Änderungen einbringen, denn schon jetzt haben viel mehr Leute in der 40°-Sommerhitze der Stadt zusätzliche gesundheitliche Probleme, die auch der Wirtschaft durch mehr Krankheitstage zu schaffen machen.

Eines Tages werdet ihr auch feststellen, dass euch euer „Verkehr“ und euer unveränderter Tagesablauf nicht geholfen haben zu verhindern, dass ihr leidet. Wie wir alle.

Die einzige schwarze Null die ihr euch dann wünscht, ist die auf dem Thermometer!

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.





%d Bloggern gefällt das: