Oberbaumbrücke: Eine Fahrspur? Wirklich?

Eine Fahrspur auf 4,45 m ? Wer da glaubte Autofahrende würden nicht permanent über die hübschen Linien fahren, ist einfach nur naiv.

Wer hält sich daran?

Bereits vor der Eröffnung haben ich hier auch schon mal bemerkt, dass eine Spur von 4,45 m Breite von Autofahrenden eher als zweispurig benutzt werden würde, als in der vorgesehenen einspurigen Form, die „geplant“ war.

Wieso also niemand dem Umweltverbund die überschüssige Fahrbahnbreite von locker einem halben Meter pro Seite, wie es da Gesetz vorschreibt, zuschlägt bleibt das Geheimnis der Planer.

Dass sich die Automobilisten hier nicht artig hintereinander anstellen, wenn „da doch noch Platz ist“ und ohnehin in Berlin nicht durch irgendwelchen Respekt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern auffallen, wusste offenbar jeder außer den Planern mit der Autobrille.

Keine Ahnung von Radverkehr

Mal abgesehen von den Gullis ist der Raum direkt neben einem derart hohen Bordstein aus Sicherheitsgründen (Sturzgefahr durch Pedalkontakt) nicht für Radfahrende zu nutzen, der Radweg hätte also entsprechende breiter ausfallen müssen.

Der Bordstein an sich ist toll, aber er gehörte eigentlich zwischen die beiden Breitstriche, wo er die beiden Verkehrsräume sicher trennen könnte und ein Überfahren der Linien so nicht mehr möglich wäre.
Platz für die Rettungsgasse in der Mitte zwischen den beiden Richtungs-Fahrbahnen ist dann auch noch..

Kein Fortschritt in der Stadt

Wieder einmal ist also nur irgendwas entstanden, anstatt irgendetwas vernünftigem.

In der ganzen Stadt ist wenig zu spüren von einer Neugestaltung des Verkehrsraumes und solche „Neubauten“ tragen da nicht zur Hoffnungssteigerung bei.

Die meisten Radfahrenden der Stadt holpern über sanierungsbedürftige Rad-Infrastruktur aus dem letzten Jahrtausend, die vielerorts in nächster Zeit unbenutzbar werden und die Stadt also insgesamt deutlich an Rad-Infrastruktur verliert, als sie mit derartigen Baumaßnahmen gewinnt.

Die Stadt könnte den Willen zu Besserung zeigen und einfach mal die vorhandenen Wege instand setzen als Übergangsmaßnahme bis zu einer gesetzeskonformen Neuanlage. Das wäre ein echter Gewinn!

Mit Farbe oder einem Maßband, bei dem die Striche auf der Auto-Seite weiter auseinander stehen, ist aber niemandem geholfen.

Es stellt die „Fachleute“ auch nicht gerade in ein gutes Licht, wenn nach ewiger Planung am Ende nur Dinge dabei herauskommen für deren Ausführung andere Menschen längst ihren Job verloren hätten.

Die Bilder der Oberbaumbrücke sorgen sicher längst in den Büros dänischer oder niederländischer Verkehrsplaner für echte Heiterkeit…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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