Poller, Poller und Poller?

Mir gefällt die Idee nicht, alle neuen Radwege immer wieder mit Pollern absichern zu müssen. Woanders funktioniert das ja auch ohne eine Pollerinvasion…

Poller und Leitboys

Überall in der Stadt dreht sich die Diskussion bei Projekten der Verkehrswende gefühlt nur noch um Poller, Leitboys und die inzwischen schon legendären „KreuzbergRocks“.

Auch einige neue Radwege sind ja nun schon auf diese Weise entstanden und prägen das Gesamt-Bild ihrer Gegend aus meiner Sicht mindestens so negativ wie die Autos auf der Spur daneben.

Als Mittel gegen Gehwegparker oder um Kreuzungsbereiche freizuhalten und für Diagonalsperren (wie im Titelbild) sind die nützlichen kleinen Bauwerke absolut zweckmäßig und die beste Wahl, aber ich möchte meine Stadt in Zukunft dann doch nicht nur noch hinter bunten Pollern erleben.

Das Errichten von Absperrungen und Mauern keine Lösung ist, sollte eigentlich allen, zumindest allen hier geborenen, eindeutig klar sein.

Eine Verkehrswende, die mit Pollern zementiert wird, ist keine echte Verkehrswende, sondern bedeutet nur, dass die Autofahrenden außerhalb davon umso wilder „spielen“ dürfen.

Woanders geht es ohne Poller

Fahrradweg in Kopenhagen, Dänemark

In anderen Ländern funktioniert das Ganze ja auch überwiegend ohne Poller: In Kopenhagen z.B. nimmt man häufig Bordsteine zur Trennung der Verkehrsarten.

Auf der zur Zeit im Blickpunkt stehenden Oberbaumbrücke wäre das auch das Mittel der Wahl gewesen, doch die Planung hat hier komplett versagt und die Forderung nach Pollern aus der Rad-Szene ist eben nicht meine…

An dem Punkt, an dem Radwege grundsätzlich mit Pollern abgesichert werden sollen, bin ich eben anderer Meinung.
In der Masse verschandeln die Dinger die Stadt genauso wie die Glühweinbuden den Breitscheidtplatz an der Gedächtniskirche.

Dementsprechend habe ich sogar Verständnis dafür, dass man den Poller-Wald am Dahlemer Weg wieder lichten möchte.
Allerdings wünsche ich mir dann auch da eine andere bauliche Trennung z.B. durch die Abgrenzung zur Fahrbahn durch Bordsteine, während Radweg und Fußweg auf einer Höhe liegen.
Keinesfalls soll der „Verkehr“ dadurch mögliche Parkplätze zurück gewinnen.

Ausrede Falschparker

Die Ausrede, dass der Fahrradstreifen/Fahrradweg sonst zugeparkt wird, ist die Zugabe des Versagens bei der Kontrolle des Verkehrs, der in Berlin derweil ja oft regelfrei immer in den Stau führt.

Eine weitere Ausrede ist immer die Klage, man habe nicht genug qualifiziertes Personal um so was umzusetzen:
Da fällt jedesmal in Dänemark oder in den Niederlanden ein Verkehrsplaner lachend vom Stuhl, denn Pläne, wie sowas aussieht, gibt es bei weitem genug… da braucht man bloß abkupfern und den Bau in der Verwaltung durchsetzen.

Anderswo hat man sogar soviel Muße, dass Radwege zu künstlerischer Gestaltung genutzt werden, hier in Berlin kann man nicht mal richtig Striche ziehen…

Superkilen-Park, Kopenhagen, Foto: Peter Wendel, CC-BY-SA 4.0

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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