E-Bike: Mehr als 5300 km Fahrspaß

Ein Pedelec verändert den Radfahrer: Es nimmt den Schrecken der Strecke und motiviert zu immer mehr Kilometern.

Ein halbes Jahr auf dem Pedelec

Nach nunmehr einem halben Jahr mit dem Pedelec fällt meine persönliche Bilanz für das Fahrradjahr 2019 enorm positiv aus:
Mehr als 5300 km hat mich das Pedelec durch die Straßen Berlins getragen und damit meine Vorjahresbilanz auf dem Bio-Bike in nur 6 Monaten fast verdoppelt.

Dazu kommen noch rund 1500 weitere Kilometer, die ich bis zum Erwerb des E-Bikes, im Urlaub (natürlich mit der Bahn) auf dem Leihrad und auch hier noch auf dem Bio-Bike noch geradelt bin.

Insgesamt hat sich meine Kilometerleistung damit also mehr als verdoppelt und man darf auf das Ergebnis des kommenden Jahres gespannt sein.

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ÖPNV-Abo gekündigt

Ein Auto habe ich ja ohnehin nicht, aber der Fahrleitung auf dem Pedelec ist nun das Jahres-Abo für S-Bahn und BVG zum Opfer gefallen, da ich die Tage mit Benutzung derselben seitdem noch immer an meinen beiden Händen abzählen kann.
Es ist günstiger für mich für diese Fälle einfach Fahrscheine zu kaufen.

Die die regelmäßigen, monatlichen Mobilitätskosten lassen sich nun auf ca. 50,00 € beziffern (Strom, Versicherung und Wartungskosten inklusive).

Da muss man sein Auto schon ganz schön viel stehen lassen, um das noch zu unterbieten…

Warum?

Ein Auto bietet schon seit vielen Jahren keinen echten Mehrwert in einer Stadt wie in Berlin mehr.
Möglicherweise wäre ich morgens mit dem Auto zur Arbeit zu bestimmten Zeiten sogar schneller unterwegs, aber nachmittags wäre das wohl eher Zufall auf meiner Strecke.

Dazu finde ich selbst Autofahren nicht im mindesten als „bequemer“ sondern vielmehr als eher stressig und nervend bis hin zur andauernden Parkplatzsuche und den andauernden Kosten.

Mit dem ÖPNV benötige ich in etwa dieselbe Zeit, die ich auch mit dem Fahrrad brauche, der fällt aber immer noch vergleichsweise häufig aus oder verzögert sich, so dass am Ende derzeit eine positive Zeitbilanz für das Rad übrig bleibt.

Zu Fuß gehen erübrigt sich selbst bei der kürzesten Route zur Arbeit (17,0 km) alleine schon wegen der benötigten Zeit.

Kopenhagen, August 2019, Kongens Nytorv, E-Leihrad. Foto: Peter Wendel CC-BY-SA 4.0

Vorteile auf dem Rad

Auf dem Rad bin ich Herr meiner Zeit.
Ich bestimme durch Tempo, Lust, Routenwahl und Zwischenstopps selbst wie lange ich für die Tour brauchen werde und erledige viele alltägliche Besorgungen schon während der Fahrt zur oder von Arbeit.

Ich komme auch nicht gestresst (Auto) oder wieder halb eingeschlafen (ÖPNV) auf der Arbeit an, sondern der Kreislauf ist auf Touren und das Gehirn bereits auf Betriebstemperatur für den Arbeitstag.

Als Diabetiker habe ich von der täglichen Bewegung ebenfalls nur Vorteile auf dem Rad, denn die sorgt selbsttätig dafür, dass ich mein Gewicht nicht erhöhe sondern tendenziell senke und deutlich weniger Insulin verbrauche als faul und fett in den anderen Varianten.

Der gesamte Körper profitiert davon:
Man ist beweglicher, keucht nicht nach jeder Treppenstufe und ist jeden Tag stolz darauf den inneren Schweinehund verjagt zu haben.
Ohnehin ist der bei mir so geschrumpft, dass er längst Angst vor meiner Katze hat, und sich lieber versteckt.

Fitness mit dem E-Bike?

Das Pedelec nimmt mir, so sagen die Wissenschaftler, 50% der Anstrengung und ersetzt diese durch so viel Fahrspaß, dass ich diese in mindestens 50% mehr Kilometer umsetze.
Das stimmt absolut.

Nicht zu vergessen dabei ist der Fakt, dass man auch beim Pedelec noch immer treten muss um fahren zu können.
Als geübter Radler genügt mir da auch die niedrigste Unterstützungsstufe, die mir beim Antritt an den Ampeln der Stadt hilft und Anstiege ein wenig „flacher“ macht.

Genau dieser Punkt führt dazu, dass ich den Weg zur Arbeit nun (wieder) problemlos täglich schaffe und in der Stadt einfach kein anderes Verkehrsmittel mehr benötige, außer ich wollte es so.

Am Ende springt also für den chronisch kranken E-Biker, der auch seine Getränkekisten mit dem Rad einkauft, ein Plus an Fitness.

Freiheit

Der letze Punkt nervt Autofahrende vermutlich am meisten:
Ich habe immer einen Parkplatz vor der Haustür.

Ich bin jetzt tatsächlich in der Lage jederzeit mit meinem eigenen Verkehrsmittel überall hin aufzubrechen und kann selber völlig frei entscheiden ob ich es dafür benutzen möchte.

Ich bin nicht mit Leben, Arbeit und Kosten an einen Haufen Blech vor der Haustür gebunden und genieße die Freiheit entweder selbst zu fahren oder mich irgendwohin bringen zu lassen.

Dank Öko-Strom im Hause ist die CO2-Wolke beim Fahren mit meinem Rad gleich null und ich werde das Rad im Laufe des Jahre 2020 durch den Verzicht auf den ÖPNV klimaneutral geradelt haben.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister





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