Neues im neuen Fahrrad-Jahrzehnt

Die Zwanziger werden das Fahrrad-Jahrzehnt. Wir werden das schaffen! Auch mit Hilfe der neuen Verkehrs-Regeln die nun in Kraft treten werden.

BVG-Abschlepper

Insbesondere in der Schöneberger Hauptstraße wird der Schlaf bei Autofahrenden nun unruhiger, denn sie ist sicherlich ein Hauptziel der bislang drei Abschleppwagen der BVG, die für einen gebührenpflichtigen Kurzstreckenflug von Autos und LKWs sorgen werden (208€ für Fahrzeuge bis 3,5t, darüber 650€. Jeweils plus polizeiliches Bußgeld) .

Bis Mitte Januar machen sich die neuen Abschlepp-Crews mit Fahrzeugen und Technik vertraut, dann geht es, zur Freude aller ÖPNV- und Fahrrad-Nutzer, endlich los!

Höhere Bußgelder für Autofahrende

Autofahrende Egoisten dürfen nun, so es jemand kontrolliert, auf höhere Bußgelder freuen:

  • Wer keine Rettungsgasse bildet, darf mit 200€ und Fahrverbot für einen Monat rechnen.
  • Wenn durch das Halten in zweiter Reihe Radfahrende gefährdet werden, werden 80€ + Punkt in Flensburg fällig.
  • Parken auf dem Radweg kostet jetzt 70€ + Punkt in Flensburg.
  • Halten auf dem Schutzstreifen mit Unfallfolge für Radfahrer macht 100€ + Punkt in Flensburg.
  • Blitzer-Apps werden verboten. Benutzung mit 75€ + Punkt in Flensburg geahndet
  • Fahrzeuge über 3,5t müssen zukünftig mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen, ansonsten drohen 70€ + Punkt in Flensburg.

Gerade die Ideen mit Unfallfolge und Gefährdung werden jedoch sicherlich kaum Umsetzung finden, weil es ja schon jetzt der Berliner „Abschleppgruppe“ häufig schwer fällt, die Beamten zu überzeugen, dass auch nur irgendeine Behinderung oder Gefährdung vorliegt.
Trotzdem immerhin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Busspuren können nun zum Leidwesen aller bisherigen Nutzer auch für „mehrfachbesetze Personenkraftwagen“ frei gegeben werden.
Liebe Straßenverkehrsbehörden ignoriert das einfach!

Es können jetzt spezielle Car-Sharing Parkplätze gekennzeichnet werden.

Dazu kommt noch eine sehr lustige Regelung, die Fußgänger eher ärgern dürfte:

Autos sollen sich beim Parken an Kreuzungen und Einmündungen an folgende Regel halten: Sie müssen einen Abstand von bis zu je 8 Metern von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten oder bis zu je 5 Metern vom Beginn der Eckausrundung einhalten. Diese Regel greift, wenn der Radweg durch ein Schild als „benutzungspflichtig“ gekennzeichnet ist.

Auto und Verkehr: Das soll sich 2020 auf der Straße ändern, BR24

Das klingt im Umkehrschluss nämlich glatt nach dem Vewurf der bisher allgemein gültigen Regel, die an JEDER Kreuzung zu beachten ist.

Abstand wird jetzt Gesetz

Kraftfahrzeuge, die Fußgänger, Radfahrer etc. überholen, müssen innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts sogar 2 Meter Abstand halten.

Auto und Verkehr: Das soll sich 2020 auf der Straße ändern, BR24

Es gibt dann also zumindest keine Ausreden mehr, was das Überholen von Radfahrenden angeht. Ob das die Lage verbessert, bleibt abzuwarten.

  • Der „grüne Pfeil“ ist dann auch für Radfahrende gültig und es gibt zusätzlich einen solchen für Radfahrende.
  • Auf Schutzstreifen ist Autos auch das Halten dann verboten.
  • Es können „Fahrradzonen“ eingerichtet werden (ähnlich den „Tempo-30-Zonen“) in denen der Radverkehr weder behindert noch gefährdet werden darf.
  • Dort, wo niemand behindert wird, darf nebeneinander gefahren werden.
  • Für Lastenräder wird ein eigenes Verkehrsschild für die Markierung von Parkplätzen und Ladezonen geschaffen.
  • Ein neues Schild, welches Kraftfahrzeugen das Überholen einspuriger Fahrzeuge (z.B. Fahrräder) verbietet wird eingeführt.
  • Die Straßenverkehrsbehörden sollen die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende prüfen.

Bundesrat muss noch entscheiden

Das Ganze ist durch den Bundestag und muss nun noch durch den Bundesrat bestätigt werden, der darüber frühestens am 14. Februar entscheiden wird.

Hoffen wir also, dass er es auch tut!

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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