Protected Sidewalk: Ohne Poller geht’s nicht?

In der Pankower Dietzgenstraße ist nun ein „Protected Sidewalk“ als Gegenstück zu den „Protected Bike Lanes“ der Innenstadt entstanden.
Das Problem sind in erster Linie Autofahrende.

Gehweg als Parkplatz

Wenn, wie nicht nur in der Dietzgenstraße, der Gehweg ordnungswidrig zum Parken genutzt wird, geht dabei der Gehweg und , soweit überhaupt noch vorhanden, das letzte bisschen Grünstreifen kaputt.

Das kaputte Pflaster muss der Bezirk aus eigener Kasse reparieren lassen, damit sich am Ende nicht Fußgänger die Beine brechen.
Ein Schaden, der z.B. eben auch nicht durch die heroisch von Autofahrern bezahlte KFZ-Steuer gedeckt wird.

Genaugenommen wäre dass eine Sachbeschädigung für die die Haftpflichtversicherung des KFZ-Halters aufkommen müsste.
Ließe sich das leichter beweisen und würde es überhaupt als Sachbeschädigung wahrgenommen, gäbe es sicher längst weniger Gehweg- und Grünanlagen-Parker:
Ihre Haftpflichtversicherungen würden teurer, da wirkt der erzieherische Effekt.

Schilder reichen nicht

Ein Abgeordneter der AFD merkte an, eine Beschilderung mit dem Verkehrszeichen 315 („Parken auf dem Gehweg erlaubt“) wäre eine deutlich günstigere Alternative gewesen, als die 180000 € für die Umgestaltung des Gehwegs.

Dabei nutzte der Abgeordnete selbst den teuren Weg einer parlamentarischen Anfrage, anstatt einfach das Bezirksamt Pankow direkt dazu zu befragen.
Es geht der Partei vom nationalistischen rechten Rand des Parteienspektrums eben nicht um Einsparungen oder nützliche Politik, sondern ausschließlich um Aufmerksamkeit.

Schilder statt Pfosten – eine Annahme, die man im Straßen- und Grünflächenamt für unsinnig hält. „Diese Frage stand zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion“, überliefert Staatssekretär Streese die Antwort aus Pankow. Aufgrund der „stark zerstörten Oberfläche des Gehweges, verursacht durch widerrechtliches Abstellen von Kraftfahrzeugen“ sei die Verkehrssicherheit beeinträchtigt gewesen. Nur durch die vollständige Sanierung des Gehweges und die Herstellung von abgegrenzten Parktaschen habe man die dortige Gefahrensituation, im Sinne der Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger, beseitigen können, gab das Straßenamt an.

Pankow schützt Gehweg mit Pollern für 180.00 €, Berliner Morgenpost

Frommer Wunsch

Wenn Autofahrende sich an die Regeln halten würden, wäre die Sanierung des Gehwegs dort in dieser Form wohl nicht nötig gewesen oder wäre anders ausgefallen.

Durch mangelnde Kontrollen und niedliche Strafen angespornt gibt es für dieses Verhalten jedoch nicht mal ein ausgeprägtes Schuldbewusstsein und dem Strafenkatalog fehlt zudem die Möglichkeit die Sachbeschädigung am öffentlichen Grund mit einer zusätzlichen Pauschale zur Behebung dieser Schäden, die ja zumeist erst später offensichtlich werden, aufzustocken.

Ich bin kein Fan der „Polleritis“ im Stadtbild, aber mangelnde Regeldisziplin gepaart mit zu schlaffen Kontrollen und Strafen kosten der Allgemeinheit an dieser Stelle notwendigerweise eine Stange – oder besser einen Poller – Geld.

Zumindest hätte man vielleicht statt der Poller Radbügel implementieren können, dann gäbe es ein alternatives Parkplatzangebot an dieser Stelle.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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