Hauptstadt der Seilbahnen?

Seitdem es in Marzahn eine Seilbahn gibt, ist sie fester Bestandteile aller Phantom-Verkehrsdiskussionen der Stadt. So auch in Pankow.

Abstruse Verkehrs-Ideen

Seit es in Berlin ein Mobilitätsgesetz gibt, schießen hierzulande auch Verkehrs-Ideen ins Kraut, die, oft sehr phantasievoll, sogar vernünftig zu klingen scheinen.

Sieht man dann genauer hin, stellt sich oft heraus, dass man damit nur andere Eigen-Interessen schützen will, die sich in der Gruppe derjenigen finden, die sie fordern.

So forderte die Berliner CDU schon auch mal munter eine Brücke von Gatow an die Havelchaussee, damit die Leute mit dem Auto schneller zum shoppen in die Stadt kommen.

Dazu kommen U-Bahn-Verlängerungen, die überirdische Verkehrsprobleme lösen sollen, die nur durch weniger Verkehr als durch wenige Meter mehr U-Bahn gelöst werden können.

Und nun also Seilbahnen…

Informieren ist gut

Allerdings sehe ich hier weniger die Idee, dass sich Bezirksbürgermeister Benn mal von Experten über Stärken, Schwächen und Möglichkeiten informieren lässt als kritischen Punkt an, sondern eher die Forderungen der Gegner einer Tramlinie, die das Bauprojekt „Blankenburger Süden“ erschließen soll.

Der sicherlich in Einzelheiten diskussionswürdige Tram-Erschließung, die nicht nur den direkten Anwohnern zu Gute käme sondern allen Bürgern der Stadt wird vor allem durch jene abgelehnt, die dort ihr kleines Häuschen auf Pachtgrundstücken errichtet haben, die sie auch schon als „grüne Lunge“ und „Naherholungsgebiet“ definiert haben.

Möglicherweise könnte man den Verlust an Gebäuden auch minimieren, wenn man die anliegendes Straße dann exklusiv für die Tram nutzen würde… aber dem Auto was wegnehmen geht ja nicht, oder?

Seilbahn über den Garten

Das ausgerechnet hier eine Seilbahn quer über ihre Häuser eine Lösung sein kann wage ich hier mal zu bezweifeln.

Die Anwohner haben sich aber inzwischen eher auf eine U-Bahn eingeschossen, deren Planung und Bau allerdings eher innerhalb eines Jahrzehnts möglich ist und so keine keine kurzfristige Lösung für die schon bald entstehenden Neubauten im Nordosten der Stadt sein kann.

Trotzdem ist der Bau einer U-Bahn eine Lösung, die langfristig auch, aber eben nicht exklusiv, angestrebt werden muss.

Nach Tegel schweben

Witzig ist die Idee ja durchaus, dass nach dem Ende des TXL eine Seilbahn die „Luft“-Verbindung zum neu entstehenden Leben auf dem Flugfeld schafft.

Dennoch geht es faktisch auch hier bloß darum, keinesfalls etwas vom wertvollen Auto-Verkehrsraum an den ÖPNV und andere Verkehrsarten abgeben zu müssen.
Der ehemalige Flughafen braucht nach seinem Ende erst recht eine neue, gute Verkehrsanbindung die er in seiner ganzen Geschichte noch nicht hatte.

Eine Tram wäre auch hier sicher eine machbare Idee, eine U-Bahn/S-Bahn muss sicherlich trotzdem folgen.

Durch den Tiergarten schweben

Ich habe auch noch so eine Idee, für die eine Seilbahn sogar eine fantastische, rentable Attraktion wäre:
Die Strecke meiner Phantasie führt vom Potsdamer Platz durch den Tiergarten an der Siegesäule und dem Haus der Kulturen der Welt vorbei zum S-Bahnhof Tiergarten.

Da bräuchten die Touristen dann auch die dusseligen E-Scooter nicht mehr…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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