Verkehr und Klima: Sachen machen statt „weiter so“

Die Konkretisierung der „Klimanotlage“ von Senatorin Günther soll heute mal der Anlass sein zu schauen, was man denn tatsächlich so einfach machen könnte, anstatt sich an seinem Diesel-Auto auf dem Flughafen-Parkplatz anzuketten und zu jammern.

Klimanotstand in Berlin

In einer Senatsvorlage konkretisiert die Berliner Umweltsenatorin ihrem Auftrag entsprechend die Maßnahmen, die sie für geeignet hält um möglichst schnell auf die Klimanotlage zu reagieren.

Das sind natürlich vorerst nur Vorschläge, aber sofort hört man schon wieder die Autofahrenden jammern, dass es ihnen ans Eingemachte gehe.

Das ist auch zum Teil richtig:
Fossile Brennstoffe so wirkungsarm zu verbrennen, wie es im täglichen Autoverkehr passiert passt einfach nicht mehr in die Zeit.

Unstrittig ist auch, das Klima-Maßnahmen nicht am Verkehr vorbeikommen, ist er doch eine einfache Quelle der CO2-Reduktion, die zusätzlich bessere Luft, weniger Lärm und mehr Lebensqualität in der Stadt bringt, wenn das Auto einfach nicht mehr fährt.

Und tun wir bitte nicht so, als würden wir da alleine leiden müssen: In den Niederlanden, Dänemark und sogar China möchte man auch bis spätestens 2030 gar keine Verbrenner mehr zulassen.
Dänemark gar will bis dahin 70% weniger CO2-Emissionen leisten!

Also einfach raus mit den Verbrennern aus der Stadt!
Kauft Fahrräder, ÖPNV-Tickets oder, wenn es sein muss, ein E-Auto!

Um mehr Geld für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu bekommen, solle der Senat neue Finanzierungsmöglichkeiten wie eine City-Maut oder eine auch von Autofahrern zu tragende Nahverkehrsabgabe diskutieren. Die Parkraumbewirtschaftung will Günther ausweiten, die Gebühren für das Anwohnerparken anheben.

Ab 2030 Fahrverbot für Benzin- und Dieselautos in der City, Berliner Morgenpost

Ganz albern ist da dann wieder das Gegenargument der Opposition:

Viele Normal- und Geringverdiener können sich auf absehbare Zeit kein emissionsfreies Auto leisten.

Kai Wegner, Vorsitzender des CDU-Landesverbands

Es sei hier noch mal angemerkt:
Der Klimawandel interessiert sich nicht die Bohne dafür, ob wir uns irgendwas leisten können!

Ebenso im Plan sind höhere Fluggebühren am BER, eine deutliches Mehr an energetischer Gebäudesanierung, verpflichtende Solaranlagen bei Neubauten und und und…

Wir können natürlich weiter labern, oder endlich mal was tun!

Weltweite Maßnahmen

Internationale Wissenschaftler haben sich ebenfalls mal zusammengesetzt und konkrete Vorschläge gemacht, wie man in der Klimageschichte voran kommen kann:

  • Ende von Subventionen für Kohle, Erdöl und Erdgas
  • Umweltfreundlicher Städtebau
  • Menge von erzeugten Treibhausgasen auf jedem Produkt
  • Schulbildung zu klimafreundlicher Lebensweise
  • Änderung des Finanzsystems

Vieles davon wäre kein besonderes Kunststück, dennoch wird es schlicht nicht gemacht und jene, die es doch tun werden von euch da draussen gerne zu „Ökönazis“ oder „Ökoterroristen“ gemacht, dabei wäre von der Auswirkung auf die Umwelt die Bezeichung ja umzukehren, denn jene die sowas äußern sind ja die echten Schädlinge unserer Welt.

Möbelhaus ohne Parkplatz

Es gibt sogar Sachen die sind noch einfacher:
Während in Deutschland jeder Händler behauptet, dass er ohne Autos keine Kunden mehr habe, baut Ikea in Österreich ein Möbelhaus komplett ohne Parkplatz.

Alles, was größer als Handgepäck ist, wird geliefert.
Hat übrigens bislang auch schon so funktioniert. Nette Leute tragen einem das Zeug sogar noch in die Wohnung, weshalb ich noch nie so richtig verstanden habe, wieso man das unbedingt selber mit dem Auto abholen muss.

Arbeit verursacht CO2

Wir könnten ja auch mal auf was unbeliebtes verzichten und gehen einfach einen Tag weniger Arbeiten:

Sie werden mir sicher darin zustimmen, dass unter all den Tätigkeiten, die weltweit den CO₂-Ausstoß erhöhen, die Arbeit mit Abstand die unbeliebteste ist.

Free day for future!, Zeit-Online

Natürlich ist diese Idee nicht so ganz ernst gemeint, aber der Autor findet sonst auch keine anderen Ansätze, bei denen uns Verzicht leicht fiele.
Und das bleibt auch so. Auf alte Angewohnheiten zu verzichten ist nicht leicht und wir Alten blockieren damit den Weg zu einer immer noch lebenswerten Welt für unsere Kinder.
Aus purem Egoismus und Sturheit.

Superblocks in Pankow

Das das Auto in Berlin auf der Beliebtheitsskala so langsam nach unten sinkt zeigt auch der Umstand, dass sich eine Menge Bürger in ihrer Freizeit damit befassen, wie sie eben diese aus ihrem Kiez heraus bekommen.

Es soll vorbei sein mit Schleichwegen und er ewigen Aussicht auf Autos und Verkehr sobald man auch nur ein Fenster öffnet.
Autos gehören in Tiefgaragen verbuddelt und nicht auf öffentlichem Land auch noch kostenlos ausgestellt!

Auf den Straßen soll man wieder leben können und das geht nicht, wenn Blechkarossen mit 100 durch die 30-Zone rauschen und den ganzen Raum zum Ballspielen zuparken.

Unsere Vorfahren

Unsere Eltern und Großeltern haben es geschafft aus einem total zerbombten Land wieder ein lebenswertes, wohlhabendes Land zu machen.
Und jetzt bekommt ihr den Arsch nicht hoch und fahrt lieber mit Autos durch die Gegend und macht das alles wieder kaputt? Ehrlich?

Bei Oma gab es immer nur Sonntags einen Braten und beinahe jeder kennt den Hinweis „iss wenigstens das Fleisch auf“ von älteren Verwandten, die sich früher nicht jeden Tag Fleisch gönnen konnten und das noch zu schätzen wussten.

Viele von denen bevorzugten auch immer den lokalen Fleischer und würden heute eher misstrauisch auf das viel zu billige Zeug in den Kühltruhen der Discounter gucken.
Ist euch das noch bewusst?

Wir konnten viele Dinge tatsächlich schon mal besser und nicht alles Neue ist ein Fortschritt gewesen, sondern allenfalls mehr Gewinn im Sparstrumpf der Industrie.

Am Ende

Der Artikel soll euch ärgern. Ärger ist immer ein guter Punkt um sich auch mal selber zu reflektieren und sich anzusehen, ob das was man so macht noch einen Sinn ergibt.

Wenn aus der Reflexion dann auch noch ein Umdenken wird, kämen wir alle gemeinsam schon einen großen Schritt voran:
Niemand will ernsthaft Autos komplett verbieten aber ihr Antrieb passt nicht mehr in die Zeit und es gibt zu viele davon, die uns ja nicht nur Umweltprobleme sondern auch Gesundheitsprobleme bescheren.
Das muss sich einfach ändern.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister





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