Pankow: An die Schilder hält sich niemand

Wer meint, es genüge Schilder aufzuhängen um den Verkehr zu befrieden oder zu beruhigen, der kennt die Ignoranz der Autofahrenden nicht wirklich: Es kümmert keinen.

Blauäugiges Handeln

Die Friedrich-Engels-Straße in Pankow ist, niedlich ausgedrückt, marode.

Das Geräusch, das die Fahrzeuge auf dem Kopfsteinpflaster verursachen, bringt offenbar die Anwohner um den Schlaf, da sich dort auch niemand genötigt sieht langsamer zu fahren.

Um das Problem schon vor einer ganz unbestritten notwendigen Sanierung in den Griff zu bekommen, hat man auf dem Straßenabschnitt Tempo 10 angeordnet, damit nicht so viel Lärm entsteht.

Das Erstaunen ist nun offenbar groß, dass sich niemand daran hält.
Mit einem Schild Autofahrende in die Schranken verweisen zu wollen, ist allerdings auch eine sehr blauäugige Herangehensweise.
Das funktioniert schließlich nicht nur in Pankow-Rosenthal nicht gut, sondern ist im gesamten Stadtgebiet schlicht Fakt.

Menschen, die dort täglich mit dem Fahrzeug entlangfahren, gucken zumeist nicht ob da überhaupt ein Schild hängt.
Sie „übersehen“ es wie so vieles andere im Straßenverkehr (Radfahrer z.B.) auch.

Doppelmoral

Natürlich ist das ärgerlich und die Anwohner beschweren sich zurecht und fordern mehr Kontrollen um die Situation in den Griff zu bekommen.

Wer die Straße dort kennt, weiß aber auch, dass die Anlieger dort zumeist selbst Autofahrende sind, die jeden Tag durch ihre Fahrten in andere Kieze zum Teil des Problems Verkehr an sich werden.

Es ist also schon eine kleine Eulenspiegelei, wenn jene, die anderswo jederzeit bereit sind eine Radarkontrolle als „Raubrittertum“ und Falschparker meldende Bürger als „Denunzianten“ zu bezeichnen, Radarkontrollen fordern und sie am liebsten sogar selbst durchführen wollen, weil die Polizei sich ja nicht darum kümmere.

In Bezug auf verkehrsregelnde Maßnahmen obliegt die Verkehrsüberwachung, die Kontrolle der Einhaltung der Verkehrsregeln sowie das Einwirken auf Verkehrsteilnehmende in Form von repressiven Maßnahmen ausschließlich den zuständigen Behörden.

Polizei Pankow

Vor den eigenen Häuschen ist Verkehr halt auch für Autofahrende selbst ein Problem, welches sie aber anderen ungern zugestehen, wenn sie selbst in einem anderen Bezirk im Stau stecken, weil man ja „auf das Auto angewiesen ist“. 😉

Problem Straßensanierung

Offenbar gibt es auch Komplikationen bei der Planung der Sanierung der Straße, an der auch eine Tramlinie entlangfährt.
Bei der sprach man ja auch schon immer einmal davon, sie bis ins Märkische Viertel zu verlängern (wäre 100%ig sinnvoll).
Jedenfalls verhindert irgendetwas sogar eine vorübergehende Reparatur zur Entschärfung der Situation vor Ort.

Das ist sehr ärgerlich, aber in der ganzen Stadt ein Problem:
Im Rahmen der Verkehrswende gelingt es der Stadt nirgends Verkehrsinfrastruktur wenigstens in benutzbarem Zustand zu halten, was insbesondere auch für Geh- und Radwege gilt.

Da stehen bestimmt auch bald Schilder mit 10 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung dran…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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