CDU: Seilbahn von Kladow nach Wannsee

In Berlin ist die CDU, im Gegensatz zu Hamburg-Altona ja nicht für Einschränkungen von Autoverkehr, sondern eher für wunderliche Verkehrslösungen zu haben.

Die Dörfer Berlins

Kladow und Gatow sind ja eher die Dörfer Berlins und durch ihre geographische Lage am anderen Ufer der Havel eigentlich eher gefühlt natürlicher Bestandteil Brandenburgs als Ortsteile Berlins.

Die nächstmöglichen Orte für den Einkauf sind heutzutage wohl eher Spandau, Falkensee oder Potsdam als ausgerechnet die Berliner Innenstadt.

Natürlich leben auch hier Menschen, die in Berlin arbeiten und deshalb gibt es ja auch schon sehr lange die BVG-Fähre von Kladow aus nach Wannsee, um eine Verbindung zum S-Bahnhof Wannsee herzustellen.

Die BVG-Fähre F10

Die Fähre pendelt wochentags zwischen 6-21 Uhr stündlich einmal zwischen ihren Anlegestellen.

Bei weniger als einem Prozent der Fahrten im vergangenen Jahr musste der Kapitän Fahrgäste am Ufer zurücklassen.
Das ist aber nur an Wochenenden und Feiertagen passiert und betraf somit eher keine/wenige Berufspendler.

Um den Takt von einer Stunde etwa auf zweimal die Stunde anzuheben, müsste die BVG also eine zweite Fähre mitsamt Personal anschaffen, was bei der aktuellen Auslastung wirtschaftlicher Unsinn ist.

Weniger Autos dank mehr Fähre?

Nun könnte man das ja durchaus, um Menschen zu Nutzung anzuregen, auch tun, aber gibt es die Nachfrage nach dieser Verbindung überhaupt in dieser Menge?

Wieviele der Autofahrenden im Stau auf der Gatower würden denn überhaupt die Fähre oder eine imaginäre Seilbahn benutzen wollen, damit dort plötzlich kein Steu mehr entsteht und der Rest entspannt Auto fahren kann?

Natürlich ist die Busverbindung mit dem X34 ins Stadtzentrum zum Zoologischen Garten für viele nicht besonders befriedigend, denn die Busse stehen ja auch mit im Stau.

Die Erschließung […mit dem X34 …] sei „weiterhin sehr störungsanfällig und unzuverlässig“, heißt es in dem Antrag. „Noch immer fallen Fahrten aus.“ Probleme gibt es vor allem bei Sperrungen und Staus auf der Heerstraße.

Seilbahn zwischen Kladow und Wannsee gefordert, Berliner Morgenpost

Staus und Sperrungen sind allerdings kein Problem eines mangelnden Angebots an öffentlichem Nahverkehr, sondern von zu viel Individualverkehr und von Baustellen zur Straßensanierung, die Schäden beseitigen, die der Verkehr selbst angerichtet hat.

Mir ist jedenfalls nicht klar, wie eine Seilbahn das lösen sollte, die allenfalls von ein paar Kladowern und sicherlich einer Menge Touristen genutzt würde…

Das eigentlich Problem scheint mir hier doch eher eine fehlende Verkehrsreduktion von Pendlerverkehr, der durch Spandau die Heerstraße hinunter in die Innenstadt drängt.

Relation der Idee

Kladow und Gatow zusammen haben etwa (lt. Wikipedia) 20000 Einwohner. Das sind also etwa genauso viele wie in Französisch Buchholz, einem Ortsteil von Pankow leben.

Dort müssen drei Busse und eine Tramlinie derzeit auch genügen, während an der Haltestelle Alt-Kladow 5 Buslinien halten und es eben noch die Fähre gibt.
Der CDU schwebt hier Französich-Buchholz, zur Lösung (der Autoverkehr steht dort auch überall täglich im Stau) eine U-Bahnlinie vor an die der Ortsteil mittels eine „Mobilitätshubs“ angeschlossen werden soll, also eine Lösung die, wie in der Mitte der Stadt zu an der „Kanzler-U-Bahn“ zu bewundern, kein sehr großes Bautempo hat.

Natürlich soll man über diese U-Bahn auch nachdenken, das hilft aber nicht jenen die schon in den nächsten Jahren auf Grund neuer Bauprojekte hier wohnen werden.
Da braucht es zuerst schnellere Lösungen und auch hier sprach man ja schon mal von einer Seilbahn...

Ich sehe die CDU daher momentan in Berlin nicht so ganz an der Frontlinie derer, die mit Bravour Verkehrsprobleme bekämpfen wollen oder können… außer vielleicht ihre eigenen…

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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