Blankenburger Süden: Tram und/oder U-Bahn?

Ein Verkehrskonzept, welches den S-Bhf Blankenburg nicht mindestens als Tram-Haltestelle mitdenkt, ist leider nicht denkbar!

Bus, Tram oder U-Bahn?

Am Blankenburger Pflasterweg werden, nach derzeitigem Stand, 6000 Wohnungen entstehen.

Dieses Wohngebiet und letztlich auch seine Umgebung zu der auch einige „Laubenkolonien“ zählen, soll und will auch gut mit dem ÖPNV angebunden sein, um den Autoverkehr, der hier eh jeden Tag im Bereich der Bahnhofstraße entlang der Kolonien schon zum Stau führt, nicht noch zu vergrößern.

Wir alle wissen, dass bei 6000 Wohnungen sowieso viele das Auto nutzen werden und die Verkehrssituation dort nicht entspannter werden wird.
Wer das Gegenteil behaupten will, hat sich noch nie mit Verkehr in der Stadt Berlin beschäftigt.

Es ist gar nicht die Frage, ob so eine Siedlung per U-Bahn, Tram oder Bus angebunden werden muss, sondern sie benötigt alle drei!
Dazu müsste sogar noch ein neuer Autobahnanschluss her damit die neuen Anwohner nicht einen Mega-Stau in Pankow-Heinersdorf und auf der Blankenburger Bahnhofstraße und der Pasewalker Straße produzieren.

Ich weiß, das jetzt vielen die Kinnlade runterfällt und bereits Teer und Federn für mich bereit gestellt werden, aber mir geht es nur um funktionierenden Verkehr in vernünftigen Bahnen und nicht um die (berechtigten) Eigeninteressen jeder am Gespräch beteiligten Gruppe.

Ich zeige hier mal einige Ideen auf, die entweder zu einfach, zu schwierig oder gar ungewünscht erscheinen, als dass sie bislang jemand mal ins Spiel gebracht hätte.
Letztlich dient es aber der Auflösung des unsäglichen Verkehrsnotstandes, der sich durch jedes Eigenheim und jede Wohnsiedlung hier schon seit Jahren vergrößert.

Die Tram

Ein Tram-Anschluss in Richtung Weißensee und Innenstadt ist unbedingt wichtig und noch zur Entstehung des Bauprojektes realisierbar und vor allem leistungsfähiger als Busse.

Die Idee eine Tram-Anbindung des Blankenburger Südens irgendwo in Alt-Blankenburg enden zu lassen, fast schon in Sichtweite (1 km) zu einem wichtigen S-Bahnhof der Region, klingt irrwitzig.
Alt-Blankenburg könnte noch anders angebunden werden, dazu später mehr.

Auch die Idee, die Tramlinie in einem Betriebshof am S-Bahnhof Blankenburg enden zu lassen, der dort großflächig Parzellen „vernichtet“ ist aus meiner Sicht zu kurz geworfen:
Dort keinen Anschluss an die 900 m entfernten Tramgleise der Tram 50 an der PasewalkerStraße/BerlinerStraße zu schaffen und die Tram gleich komplett bis nach Französisch Buchholz fahren zu lassen, ist nichts weiter als das Fehlen einer Vision von ÖPNV.

Irgendwann werden auf der Elisabeth-Aue am Rosenthaler Weg in Französisch Buchholz auch weitere Wohnprojekte entstehen, dass ist für mich so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche.

Dort am westlichen Ende an der B96a gibt es bereits sowas wie ein Betriebsgelände des Straßenbaus. Direkt daneben ist viel Platz für einen Betriebshof und derzeit sogar noch reichlich Platz für eine eigene Trassenführung bis zur aktuellen Wendestelle Guyotstraße.
Eine Tram bis hierhin bedeutete auch Sicherheit für die in Zukunft kommenden Wohnprojekte und ein Betriebshof an dieser Stelle könnte auch nützlich sein für die Verlängerungen von Tramlinien nach Niederschönhausen oder gar bis ins Märkische Viertel zu einem imaginären U-Bahnhof „Märkisches Zentrum“.

Fährt eine Tram von hier aus über den Bahnhof Blankenburg, eröffnete das auch für die Bürger in Französisch Buchholz einen neuen Verkehrsweg in Richtung Innenstadt und die Buslinie 154 könnte möglicherweise bis Alt-Blan´kenburg zurückgenommen werden.
BürgerInnen aus Französisch Buchholz sind die überwiegenden Nutzer des Bahnhofs Blankenburg, sowie des den durch die Tram 50 angebundenen Bahnhofs Pankow-Heinersdorf.

All das wird eine Umgestaltung der Bahnhofstraße rund um den S-Bahnhof erfordern und sicherlich kostet es hier auch mindestens einige straßennahe Parzellen um einer Realisierung näher zu kommen.

Die Bahnhofstraße zwischen Pankstraße und Berliner Straße könnte entsprechend zu einer Zone eingeschränkten Autoverkehrs werden, der Zugang zum Gewerbegebiet ist über den Blankenburger Weg realisierbar.

Die U-Bahn

Die zusätzliche Planung einer U-Bahnlinie 10 vom Alexanderplatz bis zum S-Bahnhof Buch halte ich für unverzichtbar und auch notwendig, denn die U-Bahn ist für den schnellen „Fernverkehr“ innerhalb der Stadt ein probates Mittel und entlastet Tram und Busverbindungen, die die nährere Umgebung verbinden.
Ein U-Bahnhof „Blankenburger Süden“ könnte auch ein zentraler Umsteigebahnhof werden für die Verbindungen von Tram und Bussen in die umliegenden Bereiche des Nordostens.

Die Busse

Busverbindungen sind immer eine Alternative, aber als Verbindung eines Wohngebietes mit 6000 Wohnungen zu einem knapp einen Kilometer entfernten S-Bahnhof über eine jetzt bereits überlastete Straße ein reiner Albtraum! Das muss eine Tram übernehmen.

Wichtiger Bestandteil meiner Ideen dabei ist natürlich, das es im Blankenburger Süden dann auch einen Knoten- und Umsteigepunkt gibt, an dem zumindest viele der Verkehrsarten auch halten.

Der Bus 154 könnte so, in meinem Szenario, in Alt-Blankenburg beginnen und über den Blankenburger Süden und Malchow weiterhin eine Verbindung nach Höhenschönhausen herstellen und sich das stauintensive Ende nach Französisch Buchholz ganz sparen.

Ein ganz neuer Bus fährt aus dem Blankenburger Süden dann über Alt-Blankenburg, den S-Bahnhof Blankenburg, die Ludwig-Quidde-Straße (hier entstehen auch neue Wohnquartiere), Französisch Buchholz Kirche (Anbindung an Tram 50) zur bisherigen Endstation des Bus 154, der Aubertstaße.

Die Autobahnzufahrt

Ich persönlich denke, es wird bei all den Wohneubauten notwendig sein, die beiden Teile der Straße „Am feuchten Winkel“ im Bereich der Romain-Rolland-Straße/Frithjofstraße über die S-Bahngleise hinweg zu verbinden und somit eine Zufahrt zum Autobahn 114 bzw, zur Prenzlauer Allee Richtung Innenstadt zu schaffen ohne das der gesamte Autoverkehr, so die jetzige Situation, dafür durch Heinersdorf oder über die Bahnhofstraße/Pasewalker Straße abfließen muss.

Dort existiert eh schon so etwas wie ein kleines „Autobahnkreuz“ und auch für die Feuerwehr wäre das eine kurze Zufahrt Richtung Heinersdorf.

Auch dort müsste man Platz schaffen, dass bliebe nicht aus, würde aber den Verkehr schnell auf die Haupttrassen der Stadt führen.

Schon klar, dass ich jetzt sofort neue Freunde rund um die Frithjofstraße gewonnen habe, aber solange es Autoverkehr gibt, muss der auch irgendwohin…

Fazit

Keine Lösung bleibt ohne Opfer.
Leider müssen wir uns aber aus vielen Gründen von den Egoismen des „nicht vor meiner Haustür“ verabschieden.

Natürlich bedaure auch ich die Tatsache, das es teilweise Menschen trifft, die sich mit ihrem Geld einen Sitz für das Alter schaffen wollten, was aber auf Pachtgrundstücken immer riskant ist.

Und wir alle haben natürlich auch das Bedürfnis nach Ruhe, weshalb niemand mehr Autoverkehr vor der Tür haben möchte als vorher.
Dahin gibt es aber nur einen Weg: Weniger Autoverkehr.

Das sollte gerade jenen bewusst sein, die auf ihrem eigenen oder dem Pachtgrundstück Grünfläche für das Auto geopfert haben für die Zufahrt und zusätzlich vielleicht noch für die Garage.
Jene sind nämlich auch Teil des Problems.

Man könnte sonst nämlich viele Straßen einfach für den Autoverkehr sperren und nur noch ÖPNV und Lieferverkehr und Fußgänger und Radfahrende zulassen. Das wäre sehr ruhig.

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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