Berlin eben… Vol.07

Man kann es hassen oder lieben: Radfahren in Berlin. Aber die schlechte Nachricht für Autofahrende ist, dass wir einfach nicht damit aufhören werden!

Manchmal bricht es einen an…

Natürlich gibt es Tage, an denen bricht es einen manchmal an wenn man beim #MdRzA oder zurück blockiert, angefeindet oder schlicht gefährdet wird.

Meistens sind es dann auch noch solche Tage, an denen es kalt ist oder regnet, denn dann gehen zu viele Autofahrende davon aus, dass man an diesem Tag „ja nicht mit dem Rad fahren könne“ und achten noch weniger als sonst schon auf irgendetwas außerhalb ihres Blechkäfigs.

Nix Sehen
Man kann, wenn man 2m weiter hinten steht, ja nix sehen, oder?
Foto: Peter Wendel, CC-BY-SA 4.0

Was wäre die Alternative?

Immer wieder, wenn jemand erstaunt (oder vielleicht auch entsetzt) kommentiert, dass Radfahren bei schlechtem Wetter ja gar nicht ginge, frage ich zurück, welche Alternative mir denn besser gefallen solle?

Soll ich bei Sturm und Regen lieber den ÖPNV nutzen, der entweder eingestellt oder mindestens verschiedentlich unterbrochen ist?
Sollen ich und alle anderen Nicht-Auto-Pendler lieber ins Auto steigen und uns im Stau anstellen und euch „die Parkplätze wegnehmen“?

Ich kann mir ein Auto leisten

Kreditbelastete Autofahrende sagen einem auch gerne, man „solle sich doch einfach ein Auto kaufen“.

Das könnte ich tun. Das kann ich mir leisten, wenn ich nur wollte.
Doch was soll mir das nutzen?

Fortan hätte ich unendlich viele zusätzliche Kosten für den Autokredit, Versicherung, Steuern, Benzin, Wartung… wozu?
Ich habe ja nicht mal mehr eine ÖPNV-Karte, weil die ungenutzt rum lag.

Gehwegparker
Gehwegparker, Sperrflächenparker Foto: Peter Wendel, CC-BY-SA 4.0

Das Auto macht Umstände

Vermutlich wäre ich vielleicht morgens etwas schneller auf dem Weg zur Arbeit, das könnte sein. Dafür hätte ich mich aber wieder einmal nicht bewegt und müsste in der Freizeit einen Bewegungsausgleich schaffen, wobei für mich wieder Zeit verstreicht, die ich gerne anders verbringen würde.

Die Kombination von notwendiger Bewegung für die Gesundheit und dem Weg zur Arbeit spart mir also gegenüber dem Auto sogar Zeit ein, idealer geht es also für mich nicht.

Noch nicht verhungert oder verdurstet

Ich bin auch noch nicht verhungert oder verdurstet, denn alleine im Umfeld von vielleicht 10 Radminuten liegen etwa ein Dutzend Discounter, Biomärkte und Supermärkte.
Getränkekisten sind dank Anhänger auch kein Problem.

Warum also das Radfahren aufgeben und mich von einem starren, straßengebundenen Verkehrsmittel abhängig machen?

Ich fahre mit dem Rad wahrscheinlich sogar öfter mal spontan irgendwohin, als ihr in diese Ausflugsorte, die man ja „nur mit dem Auto erreichen kann“.

Immer wenn ich darüber nachdenke

Immer wenn ich, so wie jetzt, darüber nachdenke ob ein anderes Verkehrsmittel jetzt vielleicht besser wäre, schüttele ich den Kopf und steige wieder gut gelaunt auf das Rad.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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