Coronakrise: Weniger Autos – Mehr Radwege!

Radfahren ist in dieser Viruslage eine vernünftige Sache, besser als den ÖPNV zu nutzen und vor allem um den ÖPNV denen zu überlassen, die nicht Radfahren können.

Weniger Autos

Schon für die letzte Woche zeigen die Senatsdaten, dass der Straßenverkehr, zur Freude all jener die dort unterwegs sind, erheblich abgenommen hat.
Wer draußen unterwegs ist, braucht auch nicht erst die Zahlen dieser Woche abzuwarten, um zu wissen, dass der Verkehr weiter abgenommen hat.

Wir stellen jetzt ganz augenscheinlich, live und exemplarisch beim Blick auf sonst zugestaute Straßen fest, dass es wohl nicht die Zahl der Lieferanten und Paketdienste ist, die die Straßen verstopfen, sondern der, jetzt ja fehlende, Individualverkehr mit PKW.

Paradiesische Zeiten für Lieferanten, Radfahrer und Fußgänger obwohl selbst jetzt noch immer falsch geparkt wird und Autofahrende gerne einmal öfter die leere, rote Ampel „übersehen“.

2020-03-17, Berlin, Großer Stern,Siegessäule, Foto: Peter Wendel, CC-BY-SA 4.0

Mehr Radfahrer

Obwohl es, nach landläufiger Meinung autofahrender Experten, ja noch viel zu kalt zum Radfahren ist, hat der Radverkehr bereist zugenommen, auch wenn das eben nicht durch zugestaute, volle Radwege auffällt, da sich der Radverkehr nicht auf wenige Minuten morgens und abends konzentriert, sondern zeitlich größer verteilt ist.

Dennoch erkennen Alltagsradler die eingestaubten Kellerschätze der Mitbürger, die sich jetzt, auch aus gesundheitlichen Gründen, mal wieder aufs Rad trauen.
Bestimmt gibt es Vintage-Bike-Liebhaber die erstaunt sind über die manchmal wie eben gekauft aussehenden Fahrräder einer schon lange verflossenen Modellreihe historischer Hersteller, die derzeit mal wieder das Tageslicht erblicken.

Daher ist es eine gute Idee, derzeit auch den Verkehrsraum den Gegebenheiten anzupassen und, vorerst temporär, mehr Raum für Radfahrende zu schaffen.

Temporäre Radwege

„Temporäre Radwege“ so ist das zauberhafte Motto der Stunde, dem größere Metropolen als Berlin international schon längst folgen:
Bogotá, ohnehin auf dem Weg zu mehr Radverkehr in der Stadt, hat allein über 100 km Straßen mit diesen Radverkehrseinrichtungen ausgestattet.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat nun reagiert und innerhalb von 3 Tagen nun erste temporäre Radstreifen an der Zossener Straße und dem Halleschen Ufer angeordnet und auch eingerichtet.

Die Notwendigkeit für die Anordnung von Radfahrstreifen entsteht durch das kurzfristig neu sortierte Verkehrsaufkommen und ist durchaus vergleichbar mit der Einrichtung von Busspuren für einen Schienenersatzverkehr

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Auch in Charlottenburg-Wilmerdorf denkt man bereits darüber nach, so weiß der Flurfunk zu berichten.
Kommt es also zu einem Radstreifen auf der Kantstraße?

In jedem Fall ist derzeit gehörig Dynamik im Verkehrsgeschehen der Stadt und das Mobilitätsgesetz entfaltet endlich mehr sichtbarer Wirksamkeit, auch wenn einige dieser Dinge eben nur temporär sind.

Shoppingverkehr

Es erstaunt gerade an den jetzt geschlossenen Shoppingmalls, welche gewaltigen Verkehr offenbar der Drang nach Konsum auslöst, wenn man den jetzt fehlenden Verkehr um sie herum betrachtet.
Es scheint auch nicht so zu sein, dass diese Einschränkung bislang schon Todesopfer gefordert habe.

Vielleicht sollte man ja nach der Krise auch gar nicht mehr in jedem Fall zum früheren Alltag zurückkehren?
Vielleicht sollte man statt der ursprünglich geplanten Fernreise doch mal lieber zu den Verwandten aufs Land?
Vielleicht bleibt man einfach auf dem Rad, weil die Stadt dann so schön ruhig ist?

Quellen:

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

Peter Wendel

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