Pedelec: 10.000 km Fahrspaß

In meinem Leben hat es sicher schon das eine oder andere Fahrrad auf Zahlen über 10000 km geschafft. Allerdings noch nie so schnell wie mit dem Pedelec…

Verkehrsmittel statt Fitnessgerät

Das Pedelec ist mein Verkehrsmittel, dass Ziel zu erreichen ist der wichtigste Punkt. Wenn man dann dabei noch fit bleibt ist das nett: Win-Win-Situation für mich, meine Gesundheit und meine Umwelt. So gefällt es mir.

Seit vor 14 Monaten das Pedelec in Form des Kalkhoff Endeavour 5B Einzug gehalten hat, hat sich einiges verändert:
Wenn ich auf eine Pedelec umsteige, so meine Prämisse, dann komplett!

Der treue Lastenanhänger

Das bedeutet schlicht: Die ÖPNV-Jahreskarte wurde gekündigt, ein Auto existiert ja ohnehin nicht.
Bis heute hat das Pedelec auch noch nie öffentliche Verkehrsmittel von innen gesehen, um Stadtstrecken zurück zu legen. Das ist mit dem Pedelec auch gar nicht nötig, denn die Reichweite steigt damit ja deutlich an.

Natürlich ist für mich als Diabetes-I-Patient die Bewegung an sich essentiell und gut für die Gesundheit. Und ein guter ausgleich zum Bürojob ohnehin.
Das Erlangen von Fitness ist eher zweitrangig und geschieht von ganz alleine, wenn man seine kompletten alltäglichen Erledigungen auf das Rad konzentriert.
Wichtig für mich natürlich auch hier der Lastenanhänger, der schon am „Bio-Bike“ gute Dienste getan hat.

14 Monate und 10000 Kilometer, besser lässt sich eine Steigerung der Kilometerleistung nicht beschreiben, die vorher maximal bei 50% davon lag, auch weil der Körper meine längste Strecke, den Weg zur Arbeit mit insgesamt rund 40 km an jedem Werktag, nie die ganze Woche lang her gab, ohne in Erschöpfung oder dem Konsum größerer Mengen Magnesium gegen die Wadenkrämpfe (ein typisches Diabetiker-Problem) zu münden, und ich immer an ein oder zwei Tagen den ÖPNV genutzt habe.

Das ist nun nicht mehr nötig, ich fahre einfach immer mit dem Pedelec.
Einzige Folge: Zweimal ein aufgeschürftes Knie, weil ein Pedelec auf leicht glatter Strecke im Winter doch etwas anders reagiert, als ein Bio-Bike. Beide Male aber ohne Fremdeinwirkung und der einzige Schaden war eine kaputte Frontlampe am Pedelec und unsichtbare Schrammen an meinem Radfahrer-Ego. Das war schlicht ein Lerneffekt auch für den erfahrenen Alltagsradler.

Pedelec und Vorurteile

Wer noch nie ein Pedelec gefahren ist, sollte sich mit Bemerkungen wie „so lange ich das ohne schaffe“ und „für Alte und Kranke“ besser zurückhalten: Ein Pedelec bringt den Fahrspaß auf den Höhepunkt, es liegt am Fahrer selbst, wie er sich dabei quälen möchte…

Neben dem Pedelec steht übrigens auch noch das „Bio-Bike“ im Keller, welches zwar jetzt deutlich weniger frequentiert wird, aber eben auch noch seine Existenzberechtigung hat. Ich war damit zwischendurch sogar auf der Arbeitstour, als das Pedelec für eine Durchsicht/Reparatur in der Fahrrad-Werkstatt weilte.

Dennoch schallen einem aus der Fahrrad-Bubble immer lustige Vorurteile um die Ohren und auch der Normal-Bürger schimpft über die „viel zu schnellen E-Biker“.
Der Alltag sieht jedoch anders aus: Neben jungen, hippen Fixie-, Gravel- oder Rennrad-Bikern, bei denen ganz offenbar ein Überholzwang für Pedelecs auch an den unmöglichsten Stellen besteht, werde ich im Laufe des Tages durchaus von sehr vielen „Bio-Bikern“ überholt (es sei denn es geht bergauf 😝).

Hauptgrund sind sicher zwei Dinge: Erstens habe ich es nicht eiliger als vorher und will gerade morgens keine Rennen fahren um dann verschwitzt im Büro zu sitzen, zweitens lohnt sich eine Geschwindigkeit oberhalb des Unterstützungsfensters (also über 25 km/h) in der Stadt einfach nicht: Man steht dann nur länger an der nächsten Ampel, die aber für die meisten Überholenden eher kein Argument zum Stop ist. Pedlec-Fahrer haben kein Problem mit Stop-And-Go… 😉

Natürlich kenne auch ich diese wenigen „rasenden RentnerInnen“ oder „fliegenden SachbearbeiterInnen“, die mit höchster Unterstützung auf Wolke sieben durch die Stadt düsen und über die Gehwege düsen und womöglich andere Verkehrsteilnehmer gefährden.
Allerdings gibt es da mittlerweile eine gewaltige Fraktion an Radfahrern, die auf Gehwegen Ampeln umradeln, weder Radweg noch Fahrbahn nutzen oder gar als Geisterradler kilometerweit auf der falschen Seite unterwegs sind. Und oft auch sehr schnell.

Ein Eis in der Fahrpause

Auch das Argument der „Faulheit“ lasse ich nicht so gelten: Es gibt wohl mehr Leute, die ihr (aus Sicht von Nicht-Radlern) „sehr teuren“ Fahrräder auch tatsächlich regelmäßig benutzen, als Menschen die ihr Abo im Fitness-Club jede Woche ausschöpfen.

Jeder ist darüber hinaus auch sein eigener Nutzer-Typ, wenn es um Radfahren geht:
Das Radfahren an sich einfach toll ist, ist allen gemein, ich selber aber bin sicherlich auch stolz wenn ich unter Qualen eine Strecke auch mal geschafft habe, brauche dass aber echt nicht für den Alltag.
Ich will was sehen von der Strecke und Spaß an der Fahrt an sich haben… absolut der Hammer mit der Fahrdynamik eines Pedelecs!

Genau deshalb gibt es ja auch von mir keine Posts mit z.B. Strava-App-Screenshots von gewaltigen Strecken die irgendwer in nur 10,2 Sekunden bewältigt hat. Strecke ist mir mir einfach egal, mir sind 20 km mit jeder Menge bunten Menschen und Aktionen drumherum lieber.

Und die Kosten?

Es gibt immer wieder Bemerkungen, ein Pedelec sei auch im Unterhalt irgendwie teuer. Was hatte ich eigentlich bislang an Kosten? Und war das viel?
Nö.

Von irgendwelchen besonderen Kosten kann ich zumindest nichts berichten, zumal ich in Relation dazu das S-Bahn-Jahres-Abo mit ca. 70,00 € monatlichen Kosten eingespart habe und sich die unten stehenden Ausgaben ohnehin so ergeben hätten.
Der einzige Ausreißer ist im Prinzip der Felgenriss, der eben dazu führte, dass eine neue Felge aufgespeicht werden musste.
Das war aber eben eher eine Folge von Gesamtsystemgewicht, Standardmaterial und Berliner Radwegen.

Apropos Standardmaterial: Es hat sich darüber hinaus auch noch einiges am Rad getan, von anderen Griffen bis hin zum anderen Sattel und Sattelstütze. Das berechne ich allerdings hier nicht ein, denn es sind schlicht keine „notwendigen Kosten“, sondern eher der ewige Drang eines Radlers zum noch perfekteren fahrbaren Untersatz, der so ja auch am „Bio-Bike“ stattfand.

Stromkosten sind hier nicht aufgeführt, weil ich sie, trotz zweier Pedelecs im Haushalt, schlicht nirgendwo als Verbrauchs-Steigerung erkennen konnte.

Japp. Ich wohne in Berlin also gönne ich mir eine Versicherung, die den Kaufpreis des Rades umfasst und nicht nur einen Zeitwert. Mit einem Service wie eine Voll-Kasko beim Auto.
Das Rad ist ein Nutzgegenstand und muss als dieser halt auch außerhalb des eigenen Fahrrad-Kellers abgesichert sein.
Das ist ein Posten für den ich mich frei entschieden habe, den kann man auch nach eigenem Gusto entweder einsparen oder kleiner gestalten.

Kosten Pedelec
MengeArtKostenGesamt
1 Wartung kostenlos 0,00 0,00
3 Wartung 45,00 135,00
14 Versicherung 25,00 350,00
3 Bremsklötzer Scheibenbremse 20,00 60,00
1 Felge mit Aufspeichen 70,00 70,00
625,00

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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