In Mitte Hui, außen Pfui…

Breite Radwege über die Oberbaumbrücke, Poller in Xhain, PopUp-Radwege und autofreie Friedrichstraße. Toll.
Wir da draußen außerhalb des S-Bahn-Rings brechen uns derweil die Knochen da überhaupt hin zu kommen…

Unsanierte (optionale) Radwege

Innerhalb des S-Bahn-Rings wird jeder Meter (zu Recht) gefeiert, am Rande der Stadt wird man allenfalls durchgeschüttelt auf Strecken die selbst Autohersteller ihren SUVs nicht als Teststrecke zumuten würden.

Das Titelbild stammt aus dem Märkischen Viertel. In Gegenrichtung findet man am Wilhelmsruher Damm auch Abschnitte auf denen eigentlich keine einzige der Gehwegplatten mehr als fest bezeichnet werden kann.

Das ist aber kein Alleinstellungsmerkmal, sowas findet man z.B. auch im Bereich der Gropiusstadt am anderen Ende der Stadt und in allen anderen Bezirken rund um den S-Bahn-Ring.
Optionale Radwege sind Rad-Infrastruktur, die auch noch als solche gezählt wird, wenn sie nicht einmal den mindesten Anforderungen an die Sicherheit und an das Mobilitätsgesetz erfüllen.

Sie werden ganz im Gegenteil dazu sogar zu benutzungspflichtigen Radwegen umgedichtet, damit bloß nichts „den Verkehr“ behindern möge:

Und genauso toll ein Beispiel aus Pankow, in dem ein guter neuer Radstreifen mit solchen Abschnitten ernsthaft verknüpft wird, auch wenn man sich zumindest die Benutzungspflicht verkniffen hat:

Alter Radweg mit rechtseitigem Hochbord in Berlin-Pankow
Berlin-Pankow, Neu entstandene Radspur, Foto: Peter Wendel, CC-BY-SA 4.0

Allgemeine Unsitte

Dazu addieren sich noch viele Abschnitte die durch die allgemeine Unsitte des Parkens auf jedem freien, erreichbaren Stück Bodens systematisch zerstört werden wir hier in diesem Tweet exemplarisch aufgezeigt wird:

Schon oft habe ich auch im Stadtbereich Mitarbeiter des Ordnungsamts gesehen, die ihrer Arbeit nachgingen.
Nur habe ich tatsächlich noch niemanden davon jemals in meinem Kiez gesehen, geschweige denn etwa sowas wie einen Abschleppwagen…

Forderungen anpassen

Wir alle wissen wie schleppend die Verkehrswende vorankommt.
Daher muss man die eine oder andere Forderung vielleicht auch einmal anpassen:
Solange kein MobG-konformer Radweg zu Verfügung steht, müssen die altgedienten Radwege und -spuren befahrbar saniert werden oder aus der Statistik der vorhandenen Rad-Infrastruktur verschwinden.

Da lässt sich der (Miss-)Erfolg schnell in Zahlen verifizieren… es sind ja bald wieder Wahlen!

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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