Hamburg: Abenteuer Leihrad

Manches wird einem ja erst klar, wenn man es benutzt: Es gibt eben auch Nachteile in der Benutzung von Leihradsystemen.

Kurztrip nach Hamburg

#Covid19 ist ja in diesem Jahr der große Killer aller Reisepläne und so waren wir am Ende zwar auch enttäuscht, hatten aber schon irgendwie damit gerechnet, dass auch der letzte Reiseplan, geplant in 2019, noch scheitern würde:
Eine Woche vorher kam die Reisewarnung für Dänemark und so hieß es nun Hamburg statt Kopenhagen.

Nichts gegen Hamburg, aber ein vollwertiger Ersatz ist das nicht, auch wenn die Städte sich an einigen Details von Hamburg durchaus gleichen. Allerdings gibt es auch deutliche Defizite in Hamburg, auch wenn der Radverkehr nun endlich an Land dazugewinnt.

Ein Leihrad sollte es sein

Wenn man unterwegs auf Foto-Tour ist, ist nicht in jedem Fall ein Rad praktisch:
Das gilt zum Beispiel für die Fotos der U-Bahnhöfe, bei denen es definitiv einfacher ist, gleich U-Bahn zu fahren.

An einem Nachmittag wollten wir uns dann aber Fußwege doch sparen und machten uns auf zu nächsten Station von Hamburgs „StadtRad“-System und entnahmen dieser zwei Räder.
Kurzer Check und los ging es.

Platter Reifen

Doch leider ging die Fahrt nur wenige Kilometer weit, denn eines der Räder offenbarte nun einen platten Reifen.
Da die „StadtRad“-Räder stationsgebunden sind, blieb also nicht viel als die Räder zur nächsten Station zu schieben und dort wieder abzugeben.

Es wäre besser gewesen, wir hätten einfach nur getauscht:
Da wir auf dem Weg dorthin zwei Lime-Bikes (die Roten, ehemals von Uber) gesichtet hatten, dürsteten wir nach einem Test dieser Bikes mit E-Antrieb, denn eine kleine Knieverletzung machte zwar die Nutzung der „StadtRad“-Räder nicht unmöglich, aber etwas Unterstützung versprach noch angenehmer zu sein.

Die Sache mit mehreren Rädern

Während es beim „StadtRad“-System möglich ist mit meinem „BikeLimit“ auch 2 Räder auszuleihen, ist das bei Lime nicht möglich.

Ich dürfte zwar 5 von diesen doofen Rollern für eine Gruppenfahrt buchen, aber je App nur ein Rad.
Wir haben die Räder also dann stehen lassen müssen, denn nur für eine Fahrt mal eine App zusätzlich und ein entsprechendes Guthaben an den Anbieter zu zahlen ist für mich nicht akzeptabel. Vor allem nicht, wenn einer von zweien in diesem Fall ja schon einen entsprechenden Account besitzt.

Letztendlich haben wir, da keiner Lust hatte jetzt erst wieder zur Station der „StadtRad“-Räder zurück zu latschen, den Weg mit dem ÖPNV und zu Fuß zurück gelegt.

Fazit

Natürlich sind das Momente in denen man sich wehmütig an das eigene Fahrrad zu Hause erinnert und zusätzlich zum grauen Himmel in Hamburg noch eine eigene Gewitter-Wolke bildet.

Dennoch sollte ich aber erwähnen, dass ich schon mehrere erfolgreiche Fahrten mit dem „StadtRad“-System in Hamburg unternommen habe, das System wirklich gut funktioniert und sehr viele Stationen im Stadtgebiet verteilt sind.
Nach meinem Eindruck sogar deutlich weiter verteilt als die „NextBike“-Stationen Berlins.

Stationsgebunde Räder haben oft auch den Vorteil, dass man auch auf jeden Fall ein Rad abbekommt, während Free-Floater manchmal schon wieder verschwunden sind, während man noch kurz überlegt sich das Ding zu reservieren.

„StadtRad“ ist daher Lime eben auch an dem Punkt überlegen, wenn man mehr als ein Rad braucht, denn die Lime-Bikes auch nur zu zweit an einem Ort vorzufinden (und mit zumindest ähnlichem Ladestand) ist durchaus schwierig.

Lime konnte also nicht mit einer Fahrt punkten. „StadtRad“ bleibt für Hamburg mein bevorzugter Anbieter.

Author: Peter Wendel

"If you think you are too old to rock'n'roll then you are..." Lemmy Kilmister

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